Die LLB hat 2011 deutlich weniger verdient

Roland Matt
Roland Matt, CEO LLB Liechtensteinische Landesbank

Roland Matt, CEO LLB Liechtensteinische Landesbank.

Vaduz – Die Liechtensteinische Landesbank AG (LLB) hat im 150. Jahr ihres Bestehens deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Dabei sorgten die schwierigen Marktverhältnisse sowie die Einzelwertberechtigung eines Lombardkredits in der Höhe von 49 Mio CHF für Bremsspuren. Die Bank, die sich für das laufende Jahr vorsichtig zeigt, hat ein Effizienzprogramm angekündigt, das die Kostenbasis bis 2014 um 10% reduzieren soll.

«Unsere Jubiläumsaktivitäten werden positiv in Erinnerung bleiben. Mit dem Geschäftsjahr sind wir aber nicht zufrieden», sagte Hans-Werner Gassner, Präsident des Verwaltungsrates, in einer Medienmitteilung. Geschmerzt habe vor allem, dass die Bankgruppe im September die erwähnte Wertberichtigung bekannt geben musste.

Rückläufiger Geschäftsertrag
Die Bankengruppe erwirtschaftete 2011 einen um 7,3% auf 404,9 Mio CHF gesunkenen Geschäftsertrag. Dabei erhöhte sich der Erfolg aus dem Zinsengeschäft um 8,3% auf 189,8 Mio. Zurückzuführen ist die Steigerung auf einen um 9,3% auf 107,4 Mio CHF gesunkenen Zinsaufwand sowie auf eine Ausweitung des Volumens der Kundenausleihungen. Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft sank dagegen um 6,8% auf 208,9 Mio. Die Bank erklärt dies damit, dass die Kundenvermögen um 3,4% abnahmen und die Anleger zurückhaltend agierten.

Der Erfolg des Handelsgeschäfts betrug -6,2 Mio CHF nach einem Gewinn von 27,5 Mio im Vorjahr. Dazu beigetragen hat die Zinsabsicherung, welche zu einem Verlust von 33,8 Mio CHF führte.

Das Finanzergebnis, das die LLB-Gruppe direkt über die Erfolgsrechnung verbucht, belief sich auf 0,6 Mio CHF nach einem Verlust von 3,4 Mio im Vorjahr.

Höherer Geschäftsaufwand
Der Geschäftsaufwand nahm um 22% auf 387,1 Mio CHF zu. Dabei erhöhte sich der Personalaufwand um 1,6% und der Sachaufwand um 4,1%. Für den Anstieg des Sachaufwands waren die Einführung der Banken-Software Avaloq und die Kosten für das Jubiläum verantwortlich. Die Cost/Income-Ratio verschlechterte sich damit auf 95,6%, nach 72,7% im Vorjahr.

Die Abschreibungen und Amortisationen auf dem Anlagevermögen stiegen plangemäss um 22,1% auf 36,2 Mio CHF und Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste erhöhten sich wegen der Einzelwertberichtigung auf 81,8 (VJ 24,8) Mio CHF.

Dividende von 3,40 Franken vorgeschlagen
Unter dem Strich resultierte ein um 86% auf 15,4 Mio CHF gesunkenes Konzernergebnis, was die Gruppe bereits im Februar angekündigt hatte. Aufgrund dieses Resultats schlägt der Verwaltungsrat der Generalsversammlung eine auf 0,30 CHF von 3,40 CHF gekürzte Dividende für 2011 vor.

Abnahme der Kundenvermögen
Der Bank flossen – wie bereits früher gemeldet – neue Kundengelder im Umfang von netto 0,6 Mrd CHF zu. 2010 waren dem Institut noch 2,7 Mrd anvertraut worden. Besonders die Geschäftsfelder Markt Inland und Markt International generierten neue Kundengelder, während das Geschäftsfeld Markt Institutionelle einen leichten Abfluss verzeichnete.

Die betreuten Kundenvermögen verringerten sich um 3,4% auf 48,1 Mrd CHF. Dabei wurde der Netto-Neugeld-Zufluss (+1,1%) durch die negative Marktperformance (-3,7%) sowie die Währungsentwicklung (-0,7%) mehr als kompensiert.

Kostenbasis soll bis 2014 um 30 Mio Franken gesenkt werden
Die LLB hat weiteren Angaben zufolge in den vergangenen Monaten ein Programm zur Senkung der Kosten sowie zur Steigerung der Effizienz initiiert. Im Rahmen dieses Programms solle die Kostenbasis bis Ende 2014 schrittweise um insgesamt 30 Mio CHF gesenkt werden, entsprechend rund 10% des Geschäftsaufwands.

Vorsichtiger Ausblick
Für das laufende Jahr zeigt sich das Institut vorsichtig. «Der sich beschleunigende Strukturwandel in der Bankenbranche sowie die anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinterliessen Spuren in unserem Gewinnausweis. Diesen Strukturwandel gehen wir aktiv an und stellen die Weichen für die Zukunft,» sagt VR-Präsident Gassner weiter. (awp/mc/pg)

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