Draghi: Bei Euro-Krise das «Schlimmste vorüber»

Mario Draghi

EZB-Präsident Mario Draghi.

Berlin – Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sieht die Euro-Zone im Kampf gegen die Schuldenkrise auf einem guten Weg. «Das Schlimmste ist vorüber, aber es gibt auch noch Risiken», sagte Draghi der «Bild»-Zeitung vom Donnerstag. «Die Lage stabilisiert sich. Die wichtigen Kennzahlen der Eurozone, wie Inflation, Leistungsbilanz und vor allem Haushaltsdefizite, sind besser als zum Beispiel in den USA.»

Das Vertrauen der Investoren kehre zurück und die EZB habe seit Wochen keine Staatsanleihen mehr zur Stützung kaufen müssen. «Der Ball liegt jetzt bei den Regierungen. Sie müssen die Euro-Zone dauerhaft krisenfest machen.» Draghi lobt die Rolle Deutschlands. «Deutschland ist ein Vorbild. Das alte europäische Sozialstaats-Modell ist nämlich tot, weil es viel zu oft nicht ohne Schulden auskam. Die Deutschen haben es neu erfunden – ohne übermässige Schulden.»

Inflation stabil
Draghi kündigte ein rasches Handeln der EZB für den Fall an, dass sich die Inflationsgefahren in der Euro-Zone mehren. «Sollten sich die Inflationsaussichten verschlechtern, werden wir sofort vorbeugend eingreifen.» Er betonte aber zugleich: «Wenn man den Ölpreis und die jüngsten Steuererhöhungen vieler Regierungen berücksichtigt, liegen wir seit Monaten stabil bei 1,5 Prozent.» (awp/mc/ps)

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