Draghi: EZB-Massnahmen zeigen nur zögerlich Wirkung

Mario Draghi

EZB-Präsident Mario Draghi. (Bild: EZB)

Washington / Frankfurt – Die Massnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben nach Einschätzung von Notenbankchef Mario Draghi positive Effekte auf Investitionen, den privaten Konsum und die Entwicklung der Verbraucherpreise. In einer Rede in Washington bekräftigte Draghi am Donnerstag erneut, dass die EZB ihr Kaufprogramm von Wertpapieren (Quantitative Easing, QE) wie beschlossen fortsetzen werde.

Allerdings räumte Draghi ein, dass die Fortschritte in der Eurozone im Kampf gegen eine flaue Konjunktur und eine zu niedrige Inflation nur zögerlich einträten. „Nach beinahe sieben Jahren einer lähmenden Krise nehmen Firmen und private Haushalte nur sehr zögerlich Risiken in Kauf“. Daher werde es noch einige Zeit dauern, bis die Massnahmen der EZB zum gewünschten Erfolg führen werden, so Draghi.

Die EZB kauft seit März öffentliche Anleihen in einem Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro, um die Wirtschaft der Eurozone stärker anzukurbeln und die Inflation wieder in den gewünschten Bereich von knapp zwei Prozent zu drücken. Hier sieht die EZB die Preisstabilität als gewährleistet an.

Kaufprogramm nicht unumstritten
Das Kaufprogramm soll bis September 2016 laufen und ist auch in Kreisen der EZB nicht unumstritten. So hatte zuletzt Bundesbankchef und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Interview mit dem „Handelsblatt“ gesagt: „Es stellt sich unverändert die Frage, ob das QE-Programm mit Blick auf unser Primärziel, die Preisstabilität, zwingend notwendig war und wie die Risiken und Nebenwirkungen einzuschätzen sind, die ein solches Programm unweigerlich mit sich bringt.“ (awp/mc/ps)

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