EFG H1: Kerngewinn von 72,6 Mio. Franken

Lonnie Howell

Lonnie Howell, CEO EFG International.

Zürich – Die Privatbankengruppe EFG International hat für das erste Halbjahr 2011 einen um 18% tieferen Kerngewinn von 72,6 Mio CHF ausgewiesen. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn nach IFRS von 55,9 Mio CHF. Im Vorjahr hatte das Unternehmen nach einem grossen Abschreiber im Hedge Fund-Geschäft noch einen Verlust von 810 Mio CHF erlitten.

Die Kundengelder (AuM) nahmen auf 80,5 Mrd CHF ab, nachdem sie Mitte 2010 noch bei 87,5 Mrd CHF gelegen waren, wie die EFG International mitteilte. Der Nettoneugeldzufluss betrug noch 2,7 Mrd CHF nach 6,3 Mrd CHF in der Vorjahresperiode. Sowohl der Ertragsrückgang wie auch der Rückgang der verwalteten Vermögen sei in vollem Umfang auf die ungünstige Währungsentwicklung zurückzuführen, schreibt die EFG.

Kern-Kosten-Ertragsverhältnis von 82,8%
Der Kern-Bruttoertrag ging in der Berichtsperiode um 3% auf 396,0 Mio CHF zurück während der Kern-Geschäftsaufwand um 1% auf 318,7 Mio CHF anstieg. Daraus errechnet sich ein Kern-Kosten-Ertragsverhältnis von 82,8% nach 81,5% im Vorjahr. Die Kern-Gewinnmarge auf den verwalteten Vermögen belief sich auf 95 Basispunkte (BP) nach 92 BP vor Jahresfrist.

Erwartungen bei Kundengeldern und Geldzufluss nicht erfüllt
Mit dem ausgewiesenen Zahlenset hat die Bank die Erwartungen der Marktbeobachter beim Gewinn nach IFRS zwar übertroffen, bei den Kundengelder und beim Geldzufluss dagegen nicht erfüllen können. Gemäss AWP-Konsens erwarteten die Analysten einen IFRS-Reingewinn von 38 Mio CHF. Der Nettoneugeldzufluss wurde bei 4,3 Mrd CHF und die Kundengelder bei 83,5 Mrd CHF gesehen.

Revidierte Reingewinn-Ziele für 2011 bestätigt
Die EFG bestätigte zudem ihre Erwartung eines Kern-Reingewinns zwischen 140 und 160 Mio CHF für das Jahr 2011, das sie im Juni nach unten revidiert hatte. Die Privatbank hatte die Revision des vorher geltenden Ziels von 200 Mio CHF vor allem mit der Aufwertung des Frankens begründet. Die Gewinngrösse reflektieren nach Meinung von EFG aber nicht deren eigenes Potenzial.

Neuausrichtung bis Mitte Oktober
Die EFG International will nun Mitte Oktober über Massnahmen informieren, die zur Erhöhung der Profitabilität und zur Ausrichtung des Geschäfts auf profitables Wachstum ergriffen werden sollen, wie es weiter heisst. So solle künftig der Geschäftsfokus klar auf dem Private Banking liegen.

Für das «aggressive Wachstum» habe die EFG einen hohen Preis bezahlt, heisst es weiter. Die EFG gehe nun nicht mehr davon aus, dass die Anzahl der Kundenberater (CRO) auf «früher prognostizierte Niveaus» ansteigen werde. Das Augenmerk liege künftig klar auf der Erhöhung der Produktivität und einem kosteneffizienten Wachstumsmanagement. Überprüft werde auch die Grösse und die Zusammensetzung des internationalen Netzwerks der EFG. (awp/mc/pg)

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