Einige Fed-Mitglieder für entschlosseneres Vorgehen

Ben Bernanke

US-Notenbankchef Ben Bernanke.

Washington – Einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank (FOMC) haben sich auf der letzten Sitzung für ein entschlosseneres Vorgehen zur Stützung der Konjunktur ausgesprochen. Diese Mitglieder «fühlten, dass die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen einen substanzielleren Schritt rechtfertigten», heisst es im veröffentlichten Protokoll (Minutes) der US-Notenbank.

Man habe auch über den Kauf von zusätzlichen Staatsanleihen diskutiert. Die US-Notenbank hat bereits zwei Anleihenkaufprogramme zur Stützung der Konjunktur gestartet. Zudem sei auch über längere Laufzeiten bei reinvestierten Anleihen diskutiert worden. Es sei jedoch noch keine Einigung erzielt worden, was zu tun ist, falls die Wirtschaft sich weiter abschwächt. Einig Mitglieder zweifelten jedoch daran, dass mit den verfügbaren Instrumenten viel für eine schnellere wirtschaftliche Erholung getan werden könnte.

Nächste Sitzung wird verlängert
Der FOMC wird jedoch mögliche weitere Massnahmen auf der nächsten Sitzung 20. bis 21. September diskutieren. Die Sitzung war ursprünglich für einen Tag angesetzt. Um aber mehr Zeit für eine Diskussion der Optionen zu haben, wurde sie auf zwei Tage ausgeweitet.

Fortsetzung der Niedrigzinspolitik
Auf ihrer Sitzung am 9. August hatte der geldpolitische Ausschuss der US-Notenbank eine Fortsetzung der Niedrigzinspolitik bis Mitte 2013 signalisiert. Drei Mitglieder stimmten gegen diese Festlegung. US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte in einer Rede am vergangenen Freitag keine neuen Anleihenkäufe signalisiert, sich jedoch die Tür dafür offen gelassen. Er hatte sich zudem zuversichtlich für die langfristige Konjunkturentwicklung der USA gezeigt.

Kein Rückfall in die Rezession erwartet
Die US-Notenbank erwartet keinen Rückfall der Wirtschaft in die Rezession, heisst es im Protokoll. Mehrere Mitglieder bezeichneten die Erholung jedoch als zögerlich und verwundbar für externe Schocks. Viele Mitglieder sahen wachsende Abwärtsrisiken. Die Unsicherheit mit Blick auf das Wirtschaftswachstum habe zugenommen. Die Inflation dürfte mittelfristig etwas zurückgehen. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Veröffentlichung. (awp/mc/pg)

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