Griechenland: EU bereitet sich auf neue Hilfen vor

Olli Rehn

EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Strassburg – Die EU bereitet sich auf eine zusätzliche Unterstützung von Schuldensünder Griechenland vor. Entscheidungen sollten in einigen Wochen gefällt werden, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am Dienstag in Strassburg. Erst müssten Ergebnisse einer Überprüfungsmission von EU und Internationalem Währungsfonds in Athen vorliegen, die den Finanzbedarf für 2012 klären sollen.

Zum Umfang möglicher zusätzlicher Hilfen äusserte sich der Finne nicht. Laut unbestätigten Spekulationen ist von 30 bis 60 Milliarden Euro die Rede. Griechenland bekam von den Europartnern und dem IWF vor einem Jahr 110 Milliarden Euro zugesagt – es gibt aber Zweifel, ob das Land wie geplant im kommenden Jahr wieder an die Kapitalmärkte zurückkehren kann. Rehn sagte: «Es ist zu früh, eine Zahl zum Bedarf für 2012 zu nennen.» Die Schuldenlast Griechenlands sei «sei bedeutend». Zur weiteren Griechenland-Debatte sagte er: «Wir werden eine Diskussion und – ich setze darauf – Entscheidungen zu diesem Thema in den kommenden Wochen haben.» Der Rahmen dafür sei die Runde der EU-Finanzminister.

78-Mrd-Paket für Portugal
Die EU-Kommission billigte das Hilfspaket für Portugal, das in der vergangenen Woche in Lissabon vereinbart wurde und einen Umfang von 78 Milliarden Euro hat. Das Paket muss noch am Montag kommender Woche (16.5.) von den Euro-Finanzministern einstimmig gebilligt werden. Rehn sagte: «Ich setze darauf, dass Finnland das Programm für Portugal unterstützen kann.» Die Protestpartei «Wahre Finnen», die bei den Wahlen einen grossen Erfolg errungen hatten, steht dem Programm sehr kritisch gegenüber. (awp/mc/ss)

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