EZB verfehlt laut IWF Preisziel bis mindestens 2019

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Washington – Der Europäischen Zentralbank (EZB) wird es nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) über Jahre hinweg nicht gelingen, ihr Ziel stabiler Preise zu erreichen. Vermutlich werde die Inflationsrate im Euroraum bis „mindestens“ 2019 unter dem Zielwert der EZB von knapp zwei Prozent liegen, heisst es in dem am Dienstag erschienenen Weltwirtschaftsausblick des IWF. Der Fonds geht bei seiner Prognose von einer Fortsetzung der gegenwärtigen Geldpolitik der EZB aus.

Trotz einer bereits sehr lockeren geldpolitischen Ausrichtung werde der Preisdruck im Währungsraum „sehr verhalten“ bleiben, schreibt der IWF. Das Risiko, dass sich die Inflationserwartungen aus ihrer Verankerung bei zwei Prozent lösten, sei gestiegen. Sollten sich die Preisaussichten nicht bessern und die Inflationserwartungen weiter fallen, soll die EZB ihre Geldpolitik laut IWF weiter lockern. Auch massive Käufe von Staatsanleihen (Quantitative Lockerung, QE) seien dann zu empfehlen.

Reichen bisherige EZB-Massnahmen aus?
Die EZB hat ihre Geldpolitik in den vergangenen Monaten in zwei grossen Runden weiter gelockert. Zu den Schritten zählen abermalige Zinssenkungen, Negativzinsen für EZB-Bankeinlagen, neue Langfristkredite für die Geldhäuser sowie Käufe von Kreditverbriefungen (ABS) und besicherten Bankanleihen (Covered Bonds). Zahlreiche Analysten bezweifeln, dass die Massnahmen ausreichen, um Kreditvergabe, Inflation und Wachstum hinreichend anzuschieben. (awp/mc/pg)

Weltwirtschaftsbericht des IWF

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