Fed-Mitglieder uneins über Zeitpunkt für Zinsanhebung

Janet Yellen
Janet Yellen, scheidende Fed-Chefin. (Foto: © United States Government Work)

Fed-Chefin Janet Yellen. (© US Government Work)

Washington – In der US-Notenbank (Fed) herrscht Uneinigkeit über den Zeitpunkt für die erste Zinserhöhung nach der Finanzkrise. Während mehrere Mitglieder sich für eine Zinserhöhung im Juni aussprachen, forderten andere Mitglieder einen Schritt später im Jahr 2015, wie es im am Mittwoch veröffentlichen Protokoll (Minutes) zur Sitzung des geldpolitischen Ausschusses vom 17. und 18. März heisst. Die Befürworter einer späteren Erhöhung verwiesen auf den gesunkenen Ölpreis und den starken Dollarkurs. Beides dämpfe die Inflation.

Es hat zudem ein paar Mitglieder gegeben, die eine Leitzinserhöhung erst im Jahr 2016 für angemessen halten. In dem Protokoll werden weder die genaue Zahl der Mitglieder noch Namen angegeben. Die Fed hatte auf der Sitzung im März nicht mehr davon gesprochen, dass man mit Blick auf eine Zinserhöhung «geduldig» sei. Man sei jedoch auch «nicht ungeduldig», hatte Fed-Vorsitzende Janet Yellen nach der Sitzung betont.

Weitere Konjunkturdaten abwarten
Notenbankvertreter hatten seitdem immer wieder betont, dass die weitere Geldpolitik von den Konjunkturdaten abhänge. So muss laut dem Protokoll deutlich werden, dass sich die Inflationsrate wieder in Richtung von zwei Prozent bewegt. Hierzu sei eine weitere Verbesserung am Arbeitsmarkt, eine Stabilisierung der Energiepreise und ein Ende der Dollar-Aufwertung hilfreich.

Das Treffen fand noch vor der Veröffentlichung des enttäuschend ausgefallenen Arbeitsmarktbericht für den Monat März statt. Laut dem Chef der regionalen Notenbank von New York William Dudley sollte der Bericht aber nicht überbewertet werden. Er räumte allerdings am Mittwoch ein, dass eine Reihe von Konjunkturdaten zuletzt überwiegend negativ überrascht hätten. Es sei jedoch «vernünftig» von einer Zinserhöhung in diesem Jahr auszugehen.

Keine klare Richtung
Den Finanzmärkten gab das Protokoll keine klare Richtung vor. Die Aktienmärkte reagierten kaum. Die Kurse von US-Anleihen stiegen kurzzeitig an, gaben ihre Gewinne aber rasch wieder ab. Der Eurokurs geriet leicht unter Druck und pendelte zuletzt um die Marke von 1,08 US-Dollar. (awp/mc/ps)

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