Finma-Chef: Wir hätten gerne strengere Liquiditätsregeln für Banken gesehen

Patrick Raaflaub

Finma-Direktor Patrick Raaflaub.

Zürich – Patrick Raaflaub, Direktor der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma), sieht die jüngst vom Basler Ausschuss für die Bankenaufsicht beschlossenen Liquiditätsanforderungen gemäss Basel III als Fortschritt für die Branche. Allerdings hätte er sich etwas strengere Vorschriften gewünscht, wie er im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» (FuW; Vorabdruck der Ausgabe vom 12.01.) sagte. «Wir hätten gern strengere Regeln gehabt, sind aber auch froh, dass nun wenigstens dieser Teil als internationaler Standard definiert ist.»

Dass die Schweiz bei den in Basel III gesetzten Mindeststandards strengere Regeln erlassen wird, liess Raaflaub offen. Die Details würden noch in einer nationalen Arbeitsgruppe und dann natürlich im Rahmen des Regulierungsprozesses definiert. Allerdings seien die Schweizer Grossbanken bereits seit 2010 einem mit der SNB entwickelten Liquiditätsregime unterstellt, das ähnlich, wenn auch etwas strenger ausgestaltet sei. Für die anderen Banken müsse man den Einzelfall anschauen.

Warnung vor Überhitzung des Hypothekenmarkts bekräftigt
Mit Blick auf die Gefahr einer Überhitzung am Schweizer Hypothekenmarkt und einer möglichen Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers durch den Bundesrat, wollte sich Raaflaub zu diesem Zeitpunkt nicht äussern. Das Prozedere sei klar, so der Finma-Chef. «Die SNB löst das Verfahren aus, wir sind involviert in die Meinungsbildung. Wir geben eine Stellungnahme ab, und der Bundesrat entscheidet.» An der Warnung müsse aber festgehalten werden, denn der Nachfrage- und Produktionsdruck sei weiterhin gross. (awp/mc/ps)

 

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