Fitch droht Frankreich mit Rating-Herabstufung

François Hollande

Frankreichs Staatspräsident François Hollande. (© Host Photo Agency/g20russia.ru)

London – Die Ratingagentur Fitch droht Frankreich mit einer Abstufung der Kreditwürdigkeit. Die Bonitätsnote von «AA+» werde auf eine Herabstufung (Rating Watch Negative) geprüft, teilte Fitch am späten Dienstagabend in London mit. Ob es tatsächlich zu einer Herabstufung kommt, wird Fitch am 12. Dezember entscheiden. «AA+» ist die zweitbeste Bonitätsnote.

Die Ankündigung kommt überraschend, da Fitch die nächste Entscheidung laut dem vorgelegten Kalender erst am 12. Dezember mitteilen wollte. Laut EU-Vorgaben darf von dem Kalender aus dringenden Gründen abgewichen werden. Die trüberen Aussichten für den Staatshaushalt machten diese Entscheidung notwendig, begründete Fitch den Schritt. So erwartet man jetzt für das Jahr 2017 ein Haushaltsdefizit von 3,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), nachdem man zuvor von lediglich 1,8 Prozent ausgegangen war.

Die bisher bekannt gewordenen Haushaltszahlen wurden auch von der EU-Kommission kritisiert, da Frankreich nach eigenen Schätzungen erst 2017 – und damit zwei Jahre später als zugesagt – sein ausgeufertes Defizit in den Griff bekommen will. Die Regierung erwartet für 2017 ein Defizit von 2,8 Prozent des BIP, nachdem sie zuvor von 1,3 Prozent ausgegangen war.

S&P hat den Daumen bereits gesenkt
Bereits am Freitag hatte Standard & Poor’s (S&P) den Ausblick für das Rating Frankreichs gesenkt. Bei S&P verfügt die zweitgrösste Euro-Volkswirtschaft lediglich die drittbeste Note «AA». Bei Moody’s hat Frankreich noch die zweitbeste Note «AA1». (awp/mc/ps)

 

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