Fitch senkt Griechenland auf «CCC» – Gefahr von Kreditausfall

Euro-Schuldenkrise Giechenland

London – Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität Griechenlands erneut gesenkt. Wie Fitch am Donnerstag in London mitteilte, verschlechtert sich die Bewertung der langfristigen Verbindlichkeiten von «B-» auf «CCC». Damit sieht die Ratingagentur ein substanzielles Risiko für einen Kredit-Ausfall. Ein möglicher Austritt aus der Eurozone würde demnach wahrscheinlich einen Kreditausfall nach sich ziehen. Die Bonität der kurzfristigen Schulden senkte Fitch von «B» auf «C».

Die Abwertung spiegele das erhöhte Risiko wider, dass Griechenland seine Mitgliedschaft in der Eurozone möglicherweise nicht aufrechterhalten könne, teilte Fitch mit. Das Ergebnis der jüngsten griechischen Wahl und das Misslingen aller Versuche, eine Regierung zu bilden, zeigten das Fehlen von Unterstützung für die Einigung mit der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds seitens der griechischen Öffentlichkeit und der Politik.

Erzwungener Forderungsverzicht senkt Schuldenberg
Fitch hatte die langfristige Kreditwürdigkeit des pleitebedrohten Eurolands erst Anfang März um vier Noten heraufgestuft und damit auf den vollzogen Schuldenschnitt reagiert. Zuvor hatte die Agentur Griechenland noch als teilweisen Zahlungsausfall (restricted default) bewertet.

Durch den – zum Teil erzwungenen – Forderungsverzicht privater Gläubiger hatte Griechenland seinen Schuldenberg auf einen Schlag um knapp 107 Milliarden Euro reduziert. Investoren mussten ihre Anleihen in neue mit geringerer Verzinsung umtauschen und im Schnitt mehr als 70 Prozent ihrer Forderungen abschreiben.

Viele Griechen ziehen Geld von ihren Konten ab
In Griechenland eskalierte die Lage zuletzt immer weiter: Nach den Wahlen ist es dem krisengeschüttelten Staat nicht gelungen, eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Experten sehen die Zukunft im Euro auf dem Spiel, sollten die Griechen bei den Neuwahlen am 17. Juni Parteien an die Macht bringen, die sich nicht konsequent hinter den Sparkurs stellen, der mit den internationalen Geldgebern vereinbart wurde.

Teile der Bevölkerung stellen sich offenbar auf einen Euro-Austritt ein: Griechische Bankkunden ziehen seit Wochenbeginn massenhaft Geld von ihren Konten ab und überweisen es ins Ausland. Gestern Abend wurde zudem bekannt, dass die Europäische Zentralbank einige griechische Banken nicht mehr mit Krediten versorgt, weil diese nicht mehr über ausreichende Sicherheiten verfügen. (awp/mc/ps)

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