Frankreichs Defizit 2011 deutlich geringer als geplant

Nicolas Sarkozy

Nicolas Sarkozy, französischer Staatspräsident.

Paris – Das Defizit im französischen Staatshaushalt ist im vergangenen Jahr deutlich stärker zurückgegangen als vorhergesagt. Der Fehlbetrag sank auf 5,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP), wie Präsident Nicolas Sarkozy am Freitagmorgen mitteilte. Als Zielgrösse hatte die Regierung eigentlich einen Wert von 5,7 Prozent angegeben. 2010 lag das Defizit noch bei 7,1 Prozent.

Frankreich steht wegen seines hohen Staatsdefizits seit Monaten unter Druck der Märkte und verlor erst im Januar die Topnote «AAA» der Ratinagentur Standard & Poor’s. Angesichts der sich eintrübenden Wirtschaftslage musste die Regierung im vergangenen Jahr innerhalb weniger Monate zwei Sparprogramme ankündigen, um die Ziele beim Schuldenabbau einhalten zu können.

Wahlkampfmunition für Sarkozy
Frankreich hat zugesagt, das Defizit bis 2013 auf 3 Prozent des BIP zu drücken. Diese Marke darf laut dem Maastricht-Vertrag der EU eigentlich nicht überschritten werden. Für dieses Jahr will Frankreich den Wert 4,6 Prozent erreichen. Für Sarkozy gilt der aktuelle Rückgang als äusserst positive Nachricht. Er steckt mitten im Wahlkampf um eine zweite Amtszeit und muss nach aktuellen Umfragen eine Niederlage gegen den Sozialisten François Hollande befürchten. (awp/mc/ps)

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