GAM macht 2017 weitere Fortschritte – Ertrag und Gewinn deutlich höher

Alexander S. Friedman
Alexander S. Friedman, ehemaliger GAM-CEO.

Zürich – Der Vermögensverwalter GAM hat im Geschäftsjahr 2017 weitere Fortschritte im Umbau der Gruppe erreicht. Der operative Gewinn ist stark angestiegen und die Kunden vertrauen der Gruppe wieder neue Gelder an. Mit Blick nach vorne sieht das Management das Potential von GAM indes noch nicht ausgeschöpft.

Starkes Ertragswachstum
Der bereinigte, von GAM als «operativer Konzerngewinn» bezeichnete Gewinn erhöhte sich 2017 deutlich um 46% auf 137,1 Mio. Dem Gewinnwachstum liegt eine Ertragsausweitung zu Grunde. So stieg der Betriebsertrag um 15% auf 549,9 Mio CHF. Wichtigster Etragspfeiler sind die Vermögensverwaltungsgebühren und Kommissionen, welche dank dem höheren Bestand an verwalteten Vermögen netto um 7% auf über 500 Mio zulegten. Die performanceabhängigen Erträge erhöhten sich auf 44,1 Mio nach 3 Mio im Vorjahr.

Deutlich unterproportional mit 5% legten die Kosten zu, wobei der Sachaufwand um 3% und der Personalaufwand um 7% stiegen. Die Compensation Ratio konnte auf 48,3% von 52% gesenkt werden und liege damit innerhalb der Zielspanne von 45-50%, schreibt GAM am Donnerstag in einer Mitteilung.

Der Konzerngewinn nach IFRS betrug 123,2 Mio und lag damit um 8% unter dem Vorjahr. Im Vorjahr hat die Gruppe von einer grossen einmaligen Steuergutschrift profitiert. Die ausgewiesenen Zahlen liegen klar über den Analystenschätzungen.

Die Aktionäre partizipieren am Ergebnis mit einer auf 0,65 CHF gehaltenen Dividende.

«Wir sind mit dem Ergebnis des Jahres 2017 zufrieden, wissen aber, dass es noch viel zu tun gibt, wenn wir das Potenzial von GAM voll ausschöpfen wollen», wird CEO Alexander Friedman zitiert. Der Konzernchef wurde für seine Leistung im vergangenen Jahr noch mit 4,3 Mio entschädigt, nachdem er 2016 noch über 6 Mio erhalten hatte. Das Vergütungssystem der Gruppe wurde von den Aktionären stark kritisiert und in der Folge angepasst.

Wichtige Priorität der Gruppe ist die Kostendisziplin. GAM habe die jährlichen Personalfixkosten und den Sachaufwand 2017 gegenüber 2016 um rund 12 Mio verringert und damit das Ziel von 10 Mio übertroffen. Bis Ende 2019 sollen sich die jährlichen Einsparungen bezogen auf die Vergleichsbasis 2016 auf über 30 Mio summieren.

Geldzufluss in beiden Bereichen
Im Bereich Investment Management zog GAM 2017 mit 8,6 Mrd wieder neue Gelder an, nachdem im Vorjahr noch 10,7 Mrd abgeflossen waren. Zuflüsse verzeichneten vor allem die Fixed-Income-Produkte.

Als Folge der neuen Gelder sowie der positiven Anlagenperformance stiegen die verwalteten Vermögen auf 84,4 Mrd nach 72,2 Mrd zur Jahresmitte.

Die Private-Labelling-Aktivitäten verzeichneten einen Nettozufluss von 15,7 Mrd CHF. Die neuen Gelder stammen dabei zur Hauptsache von bestehenden Grosskunden, schreibt GAM. Die verwalteten Vermögen im Bereich erhöhten sich auf 74,3 Mrd.

Mittelfristziele bestätigt – Umfeld ist anspruchsvoller geworden
Im laufenden Jahr sieht das GAM-Management volatilere und anspruchsvollere Märkte. Ein weiterer Bewertungsrückgang bei Aktien sei ebenso möglich wie höhere Anleiherenditen und eine Ausweitung der Kreditspreads. Sofern sich indes keine länger anhaltende Risikoaversion ausbreitet, sieht die Gruppe weiter Opportunitäten für aktive Asset Manager.

Bestätigt wurden zudem die Mittelfristziele über einen Geschäftszyklus von fünf bis acht Jahren. Demnach soll das verwässerte operative Ergebnis pro Aktie auf annualisierter Basis um über 10% gesteigert und eine Umsatzrendite von 35 bis 40% erreicht werden. (awp/mc/ps)

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