GAM ernennt Alexander Friedman zum neuen CEO

Alexander Friedman

Alexander Friedman, neuer CEO GAM Holding.

Zürich – Beim Vermögensverwalter GAM kommt es zu einem Chefwechsel: Der langjährige CEO David Solo übergibt an den ehemaligen UBS-Manager Alexander Friedmann. Der Rücktritt von Solo erfolgt laut GAM auf eigenen Wunsch. Für Fachleute kommt die Rochade überraschend.

Seit zehn Jahren leitet David Solo die Geschicke von GAM. Am kommenden Montag ist Schluss. Dann räumt der 49-jährige amerikanisch-schweizerische Doppelbürger sein Büro und übergibt an Alexander Friedman. Der Abgang erfolge „nach Abschluss der erfolgreichen Transformation des Geschäftsmodells“ auf eigenen Wunsch, teilt GAM am Dienstag mit.

Der neue CEO Friedman stösst von der UBS zu GAM. Bei der Grossbank war er zuletzt Global Chief Investment Officer von UBS Wealth Management und Wealth Management Americas sowie Vorsitzender des UBS Global Investment Commitee. In diesen Funktionen habe er die Anlagepolitik und -strategie für Kundenvermögen in Höhe von rund 2 Bio USD beaufsichtigt, heisst es in der Mitteilung weiter. Zuvor war Friedman Finanzchef der Bill & Melinda Gates Foundation.

Beschleunigtes Wachstum
Laut GAM-Verwaltungsratspräsident Johannes de Gier soll Friedman das Unternehmen in die Phase eines beschleunigten Wachstums führen. Die Guidance bleibt auch für den neuen CEO gültig: GAM strebt mittelfristig nach wie vor eine annualisierte Wachstumsrate des Netto-Neugelds von 5% bis 10% der verwalteten Vermögen an; gleichzeitig soll die Effizienz verbessert und ein Aufwand-Ertrags-Verhältnis von 60% bis 65% erreicht werden.

Gleichzeitig dankt de Gier dem abtretenden CEO für die „enorme und tiefgreifende Transformation unseres Geschäfts“, wie er in der Mitteilung zitiert wird. Die Amtszeit von Solo war bewegt: Bei seinem Amtsantritt war GAM noch Teil des UBS-Konzerns, 2005 ging das Unternehmen an Julius Bär, bevor es 2009 an die Börse kam. Bevor Solo neue Herausforderungen annehmen wird, steht er dem neuen CEO und dem Verwaltungsrat zur Verfügung, um sie in der Übergangsphase der kommenden Monate zu unterstützen, wie es weiter heisst.

„Wirft Fragen auf“
Die Fachwelt reagiert mit Überraschung auf den CEO-Wechsel. So schreibt der Experte der Credit Suisse von einer „überraschenden Mitteilung“. Er sieht die Berufung angesichts des Leistungsausweises von Friedman als „Coup“. So sei dieser bei der UBS als CIO hochgeachtet gewesen.

Auch der zuständige ZKB-Analyst schreibt von einem „überraschenden Wechsel des Steuermanns“. Der Rücktritt Solos komme unerwartet, weil die Halbjahreszahlen nach einigen schwierigen Quartalen „endlich wieder eine Beschleunigung des Geschäfts“ gezeigt hätten.

Die Meldung wirft laut dem ZKB-Analysten aber auch die Frage auf, ob Solo private Gründe hatte oder ob nicht vielleicht doch interne Divergenzen hinter dem Rücktritt stecken. Auf jeden Fall erzeuge der Wechsel erst einmal Unsicherheit.

An der Schweizer Börse notieren GAM bis kurz nach 10 Uhr 1,1% tiefer, während der SPI um 0,18% zulegt.

Haefele folgt bei UBS auf Friedman
Bei der UBS übernimmt Mark Haefele die Funktionen von Friedman, wie die Grossbank schon im Juni mitgeteilt hatte. Haefele kam zeitgleich mit Friedman im März 2011 zur UBS und übte zunächst die Funktion eines Global Head of Investment aus, hiess es damals. (awp/mc/upd/ps)

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