Gefährdete Kredite belasten Bank of America nicht mehr ganz so stark

Brian Moynihan
Brian Moynihan, CEO der Bank of America. (Foto: BoA)

Charlotte – Hohe Rückstellungen für faule Kredite in der Corona-Krise haben bei der Bank of America im dritten Quartal nicht mehr ganz so stark am Gewinn gezehrt wie zuvor. Mit einem Überschuss von 4,9 Milliarden US-Dollar verdiente das Geldhaus rund 16 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie es am Mittwoch in Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) mitteilte.

Dabei legte die Bank weitere 1,4 Milliarden Dollar für ausfallgefährdete Kredite zurück. Analysten hatten an dieser Stelle im Schnitt eine höhere Belastung erwartet. Im ersten Halbjahr hatte das Institut bereits fast 10 Milliarden Dollar in die Risikovorsorge gesteckt.

Unterdessen machten der Bank die niedrigen Zinsen weiter schwer zu schaffen. Der Zinsüberschuss sackte um 17 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar nach unten. Die gesamten Erträge brachen dadurch um 11 Prozent auf 20,3 Milliarden Dollar ein.

Gewinn von US-Bank Wells Fargo mehr als halbiert
Konkurrent Wells Fargo hat die Wirtschaftskrise im vergangenen Quartal voll zu spüren bekommen. Der Nettogewinn brach auf 1,7 Milliarden Dollar von vier Milliarden Dollar im Vorjahresquartal ein.

Neben den niedrigen Zinsen und dem geringeren Kreditbestand setzen die Skandale der Vergangenheit dem Geldhaus zu. „Die historisch niedrigen Zinsen haben unsere Zinseinnahmen gedrückt und unsere Kosten bleiben erhöht“, sagte Vorstandschef Charlie Scharf. Die Aktien fielen nach der Bilanzvorlage um gut ein Prozent.

Wegen der Corona-Krise liegt die Wirtschaft in den USA am Boden, die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Notenbank Fed senkte zur Ankurbelung der Konjunktur die Leitzinsen auf fast Null Prozent. Hinzu kommen bei Wells Fargo hausgemachte Probleme, wie ein Skandal um Phantomkonten, der immer noch nachwirkt.

Die Verbesserung der Risikokontrollen bleibe eine Top-Priorität, sagte Scharf. Die dafür nötigen Investitionen treiben die Kosten in die Höhe. Das Geschäftsgebaren der Bank hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Aufsehen erregt: So eröffneten Mitarbeiter Millionen von Phantomkonten für Kunden, um interne Ziele zu erfüllen. (awp/mc/pg)

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