Generali verdient prächtig – kaum Grossschäden und Naturkatastrophen

Mario Greco

Mario Greco, CEO Generali Group. (Bild: Generali)

Mailand – Der italienische Versicherungskonzern Generali hat zum Jahresauftakt operativ so viel verdient wie seit langem nicht mehr. Der Betriebsgewinn sei vor allem dank einer geringen Anzahl an Grossschäden und Naturkatastrophen um acht Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Allianz-Konkurrent am Freitag in Mailand mit. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 603 Millionen Euro rund sechs Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Italiener übertrafen bei beiden Werten die Erwartungen der Experten. Die Nettoprämien gingen um fünf Prozent auf 16,2 Milliarden Euro zurück. Das konnte der Konzern jedoch durch geringere Kosten und niedrige Schadenszahlungen ausgleichen. «Dank einer sehr guten Entwicklung in der Schaden- und Unfallsparte sowie soliden Zahlen im Geschäft mit Lebensversicherungen haben wir operativ das beste Ergebnis der vergangenen vier Jahre erzielt», sagte Generali-Chef Mario Greco.

Börse von Zahlen angetan
Dies sei eine gute Grundlage, um den operativen Gewinn im laufenden Jahr – wie bereits angekündigt – zu steigern. Am Aktienmarkt kamen die Zahlen und die bekräftigte Prognose gut an. Das Generali-Papier legte am frühen Freitagnachmittag 1,5 Prozent zu und baute damit die Gewinne der vergangenen Wochen aus. «Generali bleibt für alle Investoren attraktiv, die mit einem Engagement in italienische Titel gut leben können», hiess es in einer Studie der Investmentbank Merrill Lynch. Der Umbau des Versicherers zahle sich zunehmend aus.

Der seit August amtierende Konzernchef Greco hatte Anfang des Jahres angekündigt, den Konzern stärker auf Schaden- und Unfallversicherungen ausrichten zu wollen. Der Manager will damit die Abhängigkeit vom Verkauf von Lebens- und Absicherungsprodukten verringern. Dieses Geschäft wird für Versicherer wegen der anhaltend niedrigen Zinsen immer schwieriger und weniger profitabler.

Kosten senken – Kapitalquote steigern
Zudem will Greco die Kosten senken und sich von vielen Randbereichen trennen, um die Kapitalquote zu stärken. Derzeit führt das Unternehmen Gespräche über den Verkauf der Schweizer Vermögensverwaltungssparte Banca Svizzera Italiana (BSI) und von Geschäftsteilen in den USA. Die Verhandlungen seien in einem fortgeschrittenem Stadium, sagte Greco. Anteilsverkäufe sollen bis 2015 vier Milliarden Euro in die Kassen spülen.

Probleme hatte der italienische Konzern weiter in seinem Heimatland und in Frankreich. Dort gingen die Prämien im Sach- und Versicherungsgeschäft zurück. Gut lief es dagegen in Deutschland, wo die Erlöse in dieser Sparte um vier Prozent stiegen. Zweistellige Wachstumsraten verzeichnete Generali in den Schwellenländern. Hier will Greco das Geschäft – wie die meisten Konkurrenten auch – weiter ausbauen. (awp/mc/upd/ps)

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