GKB: Bruttogewinn leicht unter Vorjahr aber über den Erwartungen

Alois Vinzens

Alois Vinzens, Vorsitzender der Geschäftsleitung Graubündner Kantonalbank. (Foto: GKB)

Chur – Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die vom Management gesetzten Erwartungen leicht übertroffen. Der Bruttogewinn kam leicht unter, der Reingewinn leicht über Vorjahr zu liegen. Kanton und PS-Inhaber partizipieren am Ergebnis mit einer konstanten Dividende.

Der Bruttogewinn des Bündner Staatsinstitus verminderte sich in der Berichtsperiode leicht um 1,4% auf 214,4 Mio CHF, lag damit aber über den vom Management zur Jahresmitte in Aussicht gestellten ‹rund 210 Mio›. Der Konzerngewinn verbesserte sich dagegen um 1,6% auf 161,3 Mio CHF. Positiv wirkte sich hier der Wegfall von Goodwill-Abschreibungen aus, welche im Vorjahr noch mit 7,7 Mio negativ zu Buche geschlagen hatten.

Stabile Dividende
Die Inhaber der Partizipationsscheine sollen eine unveränderte Dividende von 38 CHF erhalten, wie die Bank am Freitag in einer Mitteilung schreibt. Die Payout Ratio beträgt damit 51,1% und liegt innerhalb der vom Institut angestrebten Bandbreite von 50 bis 60%.

Die Bankführung zeigt sich mit dem Resultat zufrieden: «Das Geschäftsergebnis 2013 übertraf unsere Erwartungen», wird CEO Alois Vinzens in der Mitteilung zitiert.

Den Bruttoertrag weist die GKB mit 386,6 Mio CHF aus und damit 1,4% unter dem Vorjahr. Die Ursache für den Rückgang liegt hauptsächlich im zentralen Zinsgeschäft. Hier verminderte sich der Erfolg aufgrund der anhaltend tiefen Geld- und Kapitalmarktsätze um 3,8% auf 243,6 Mio. Die Margen bei den Spar- und Anlagegeldern seien trotz Konditionenanpassungen um ein Drittel zurückgegangen.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erhöhte sich dagegen nicht zuletzt dank dem guten Aktienjahr um 3,4% auf 113,1 Mio. Das Handelsgeschäft steuerte 18,8 Mio (-4,5%) zum Bruttoertrag bei.

Der Geschäftsaufwand nahm um 1,3% auf 172,2 Mio CHF ab. Die Massnahmen zur Kosteneinsparung im Stammhaus hätten zu einer spürbaren Entlastung geführt. Die Cost-Income Ratio II verbesserte sich damit leicht auf 47,4% nach 47,7% im Vorjahr.

Rückstellung für US-Steuerprogramm
Die GKB verbuchte 2013 Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste in Höhe von 9,2 CHF (VJ 8,4 Mio). Darin enthalten seien in Anlehnung an die Empfehlung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) Rückstellungen für Verfahrenskosten und eine potenzielle Busse, welche im Rahmen des US-Steuerprogramms anfallen könnten. Die GKB hat sich bekanntlich für eine Teilnahme in der Kategorie 2 entschieden. Zur konkreten Höhe dieser Rückstellungen will sich die GKB gemäss CEO Vinzens aus ‹verhandlungstechnischen Gründen› nicht äussern.

Die GKB zog im vergangenen Jahr insgesamt knapp 362 Mio CHF an neuen Geldern an nach 590 Mio CHF im Vorjahr. Damit wurde das selbst gesetzte Ziel von 600 Mio nicht erreicht. Belastend hätten hier Abflüsse von Kunden mit ausländischem Domizil gewirkt. Die gesamten Kundenvermögen erhöhten sich auf 29,5 Mrd nach 28,9 Mrd per Ende Juni.

Das Bündner Staatsinstitut stärkte die eigene Kapitalausstattung im abgelaufenen Jahr weiter. Die gewichtete Kapitalquote erreichte zum Jahresende 18,8% (CET1-Ratio) nach 18,4% per Ende 2012 und bestehe vollständig aus hartem Kernkapital. Gegenüber der aufsichtsrechtlich geforderten Quote von 12,7% (inklusive antizyklischem Puffer per 30. Juni 2014) verfüge die Bank damit über ein enormes Polster. «Die komfortable Eigenkapitalausstattung ist ein zentrales Element unserer Strategie», betont Bankpräsident Hans Hatz. Damit könne das Institut auch schwierige wirtschaftliche Entwicklungen oder Verwerfungen abfedern.

Ertragsrückgang im Zinsengeschäft belastet auch 2014
Im laufenden Jahr geht die Bankführung von einem ansprechenden Umfeld mit tiefen Geld- und Kapitalmarktzinsen aus. Das operative Ergebnis werde nochmals durch einen Ertragsrückgang im Zinsengeschäft beeinflusst, der nicht kompensiert werden könne. Vor diesem Hintergrund rechnet die GKB mit einen Bruttogewinn von 200 bis 210 Mio CHF, einen Neugeldzufluss von netto 500 Mio CHF sowie einem Gewinnanteil pro PS von 68 bis 70 CHF. Die Cost-Income Ratio II erwartet die GKB zwischen 48 bis 50%. (awp/mc/ps)

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