GRIMALDI & PARTNERS AG: Was bringt 2018 und welche Risiken sind zu beachten?

GRIMALDI & PARTNERS AG: Was bringt 2018 und welche Risiken sind zu beachten?
Silvano Grimaldi, CEO Grimaldi & Partners. (Foto: zvg)

Zürich – Das Börsenjahr 2017 hat Aktienanlegern gute Renditen beschert. Die Schweizer Börse und die meisten europäischen Börsen haben mehr als 10% hingelegt. In den USA hat der Leitindex DJIA mehr als 70-mal das Allzeithoch übertroffen und liegt zurzeit rund 25% höher als Anfang Jahr.

Unsere Kundenportfolios haben dementsprechend dieses Jahr neue Bestmarken markiert. Wenn ungeahnte Höhen erreicht werden, kann dies bei einigen Anlegern zu Schwindelängsten führen. So haben sich einige Kunden bei uns gemeldet, sagt Silvano Grimaldi, CEO der Grimaldi & Partners Vermögensverwaltung, mit der Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, weniger Aktien im Portefeuille zu haben, denn die Aktienmärkte seien dieses Jahr „heiss gelaufen“.

Als professioneller Anleger ist es unter anderem unsere Aufgabe, sagt Silvano Grimaldi, unseren Kunden wie auch unerfahrenen Anlegern ein objektives Bild über die Lage an den Finanzmärkten zu vermitteln. Das Börsenjahr 2017 ist gut gelaufen, es kann aber nicht die Rede sein von „heiss gelaufen“, denn der Kursanstieg wurde realwirtschaftlich breit abgestützt getragen, nämlich von der guten Konjunktur in den USA und in Europa, den niedrigen Zinsen, dem Ausbleiben der Inflation und schliesslich von steigenden Unternehmensgewinnen.

Was wird nun 2018 bringen? Sollen die Aktien verkauft werden, wie Kunden von uns gefragt haben? Die Antwort ist Nein. Es gibt zurzeit keinen Grund, der gegen Aktien spricht. Eher das Gegenteil gilt: Es gibt kaum bessere Alternativen zu Aktienanlagen, solange die Zinsen so tief bleiben. Mit anderen Worten: Wenn die Risikoprämie von Aktien gegenüber Anleihen hoch ist, wie das zurzeit der Fall ist, ist das normalerweise ein Hinweis auf günstig bewertete Aktienmärkte. Als Beispiel: Die Dividendenrendite, das heisst der prozentual ausgedrückte Cashflow aus Aktienanlagen, liegt in der Schweiz im Schnitt um die 3%. Die Zürich Versicherung hat als eine der dividendenstärksten Schweizer Aktien 2017 über 6% Dividendenrendite abgeworfen. Als Vergleich: die 10-jährige Rendite von Staatsanleihen in der Eurozone liegt unter 1% und in der Schweiz ist sie gar negativ!

Welche Risiken sind für 2018 zu beachten? Diese dürften vor allem von der Geopolitik kommen. Eine Eskalation der Krise zwischen Nordkorea und den USA, oder der Konflikte im Nahen Osten sowie der wieder erwachte Nationalismus in den Industrieländern könnten für Turbulenzen sorgen. Nicht vergessen dürfen wir die Neuwahlen in Italien und die Mid-Term-Kongresswahlen von November 2018 in den USA, die ebenfalls je nach Ausgang für Unsicherheit sorgen können.

Es wird sich von der wirtschaftlichen Lage her 2018 eher wenig verändern gegenüber 2017, gar ist eine weitere Expansion der Konjunktur in Europa und den USA nicht auszuschliessen. Dafür sprechen einige vorlaufende Konjunkturindikatoren, allen voran die Purchasing Managers’Indices, die auf Höchstständen liegen. Der Index der Einkaufsmanager gilt traditionellerweise als wichtiger Wirtschafts-Barometer. Damit ist eine Verschlechterung der Konjunktur oder eine Rezession in den Hauptaktienmärkten der Welt, USA und Europa, wenig wahrscheinlich.

Wenn auch für das kommende Jahr Wirtschaftsrisiken im Hintergrund bleiben dürfen, würde ein unerwarteter Inflationsanstieg oder eine konjunkturelle Abkühlung, wenn die Konjunktur ein Hoch erreicht, anstatt weiter zu expandieren, eine Korrektur an den internationalen Aktienmärkten auslösen. Das bleibt im Moment aber das weniger wahrscheinliche Szenario.

Welche Aktien sind 2018 zu favorisieren? In einem positiven konjunkturellen Umfeld werden vor allem konjunktursensitive Aktien aus der Industrie- und Technologiebranche am meisten profitieren. In der Schweiz sind etliche Qualitätsaktien von grossen Unternehmen oder KMUs zu finden, die gleichzeitig eine gute Dividende auszahlen, unter anderem der Kunststoffverarbeiter Gurit, der Banksoftwarehersteller Temenos, der Hersteller von Vakuumventilen VAT Group, der Mess- und Kontrolltechnikspezialist Inficon, der Plakatwerbungsspezialist APG SGA, aber auch sogenannte Bluechips wie Roche, Swisscom und Schindler. In Europa sind Autowerte wie Daimler, BMW und VW interessant und in den USA die IT-Giganten Amazon, Apple, Microsoft, Facebook, Google u.a.

Fazit: Das neue Jahr spricht dafür, wieder ein Aktienjahr zu sein, was für die Besitzer von Realwerten, also von Aktienanlagen, weiterhin erfreuliche Erträge bringen dürfte. Eine grosse Krise ist weniger wahrscheinlich, wenn auch vorübergehende Korrekturen, von politischen Unsicherheiten ausgelöst, nicht auszuschliessen sind. Darum gibt es keinen Grund, Aktien zu verkaufen, weil sie 2017 gut gelaufen sind, umso weniger, wenn einige Aktien in die „Höhen“ gekommen sind. Solange ein Unternehmen erfolgreich ist mit dem Absatz seiner Produkte, soll man als Anleger an dessen Aktie festhalten. Im Sinne eines aktiven Risikomanagements ist ein „Rebalancing“, eine Reduktion der Aktienpositionen auf die strategische Quote durch Realisation von Teilgewinnen, sinnvoll für diejenigen Anleger, denen durch die erreichten Bestmarken schwindlig geworden ist! (Grimaldi & Partners/mc/ps)

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