Grimaldi & Partners: Aussichten zum Goldpreis

Grimaldi & Partners: Aussichten zum Goldpreis
Von Silvano Grimaldi, GRIMALDI & PARTNERS AG, Zürich.

In seinem Audio-Blog gibt Silvano Grimaldi zuerst einen kurzen Rückblick auf den Goldpreis seit dem Allzeithoch von 2011 und danach den kurzfristigen bis langfristigen Ausblick, einschliesslich der Frage, ob das Allzeit-Hoch geknackt wird.

Erholung seit dem Tief von 2015 um 1’046 US

Seit dem historischen Allzeithoch im Jahre 2011, als der Goldpreis um 1’920 US-Dollar die Unze gehandelt wurde, verlor der Edelmetallpreis nach einem kontinuierlichen Abstieg zumTief von Ende 2015 knapp 50% an Wert.

Seitdem hat sich der Goldpreis mittlerweile um 20% erholt. Anhand der technischen Analyse, einer Methode, die Grimaldi & Partners erfolgreich zum Wohle seiner Kunden einsetzt, ist eines klar zu erkennen: Der Goldpreis konnte Anfang 2016 den langfristigen Abwärtstrendkanal seit dem Allzeithoch von 2011, von unten nach oben durchbrechen. Das ist ein durchaus positives Signal.

Chart 1: Gold in US-Dollar pro Unze:


Der Goldpreis hat den langfristige Abwärtstrendkanal von 2011 nach oben durchbrochen. Ebenfalls hat der Goldpreis kürzlich die mittelfristige Abwärtslinie übertroffen.

Nun, Anleger fragen sich, ob die Erholung des Goldpreises seit dem Tief von 2015 ein Strohfeuer ist, oder der Beginn eines nachhaltigen Aufwärtstrends. Kann der Goldpreis in absehbarer Zeit überhaupt das Allzeithoch von 2011 wieder erreichen? Das sind berechtigte Fragen. Grimaldi & Partners kann eine klare Antwort dazu geben. Wir sollten unterscheiden zwischen kurzfristigem., mittelfristigem und langfristigem Zeithorizont.

Kurzfristig leichte Konsolidierung
Im laufenden Jahr hat das Edelmetall eher von politischen Unsicherheiten (Stichwort: Politik des neuen US-Präsident Trump, die Wahlen in Frankreich sowie geopolitische Risiken) profitiert.

Der Goldpreis scheint nun kurzfristig ausgereizt zu sein. Dafür spricht: Erstens, das Edelmetall tendierte in den letzten Jahren zu einem Tief im Juni/Juli. Zweitens, es besteht zurzeit eine schwache Goldnachfrage aus Asien (Stichwort: Einführung von Goldrestriktionen von China und Indien).

Mittelfristig Fortsetzung der Erholung
Nach einer leichten Konsolidierung, diese dürfte bis Ende Juni/Juli andauern, dürfte der Goldpreis die Marke von 1’300 US-Dollar wieder zurückerobern, dann sollte das Hoch von Sommer 2015 um die 1’370 US-Dollar in Reichweite sein. Dafür spricht: Erstens, die sich im Aufbau befindende negative Divergenz zwischen dem Goldpreis in US-Dollar und dem Goldpreis in Euro wurde durch den starken Goldpreisanstieg von Anfang April zunichte gemacht, das heisst, der Goldpreis hat in beiden Währungen (USD und Euro) ein neues Hoch erreicht und ist damit über die mittelfristige Abwärtslinie gestiegen. Zweitens, der Goldpreis weist ein ausgeprägtes saisonales Muster auf: oft steigt der Goldpreis im Zeitraum von Juli bis Dezember.

Chart 2: Gold in US-Dollar und in Euro:

Die negative Divergenz wurde kürzlich zunichte gemacht, indem der Goldpreis in beiden Währungen ein neues Hoch erreicht hat.

Langfristig Potential beschränkt
Langfristig hat der Goldpreis mit starken Bremsfaktoren zu kämpfen. Erstens, der US-Dollar wird eher stark bleiben wegen den steigenden Zinsen in den USA.

Hier spielt die bekannte inverse Beziehung des Goldpreises zum US-Dollar, das heisst, ein schwacher US-Dollar begünstigt den Goldpreis. Wir müssen uns diesbezüglich vor Auge führen, was den Goldpreisanstieg bis zum Allzeithoch von Sommer 2011 begünstigte: das war die Abwertung des US-Dollar. Danach allerdings hat sich die US-Währung kontinuierlich aufgewertet und damit ging die Hausse im Goldpreis zu Ende.

Chart 3: USD/CHF-Kurs:

Mit der Aufwertung des US-Dollar seit 2011, ging die Hausse im Goldpreis zu Ende.

Zweitens, die Inflation und die Zinsen werden den Goldpreis kaum antreiben, denn aufgrund des technischen Fortschritts, dieser erhöht die Produktivität, sollte der Inflationsdruck in den Industrieländern künftig nachhaltig geringer bleiben, was auch das Zinsniveau niedrig halten wird.

Und schliesslich kommt dazu, dass die grossen Zentralbanken seit der Finanz- und Eurokrise sehr expansiv sind und damit werden Zinsanhebungen wegen der hohen Schuldenlast vieler Länder weniger wahrscheinlich sein.

Fazit
Der Goldpreis wird in absehbarer Zeit wohl kaum Unterstützung finden  von der Realwirtschaft bzw. von wirtschaftlichen Faktoren: der Dollar, die Inflation, die Zinsen werden sich nicht zu Gunsten des Edelmetalls entwickeln. Und somit wird der Goldpreis für einige Zeit eher nur für kurzfristiges Trading geeignet sein.

Goldliebhaber, die sich längerfristig im Gold engagieren wollen, müssen auf eine neue Krise spekulieren, denn das Gold hat immer als Sicherheitsanlage in Krisenzeiten gegolten. Zurzeit ist eine grosse Krise an den Aktienmärkten eher unwahrscheinlich. Wir können sie aber nicht ausschliessen für die Zukunft. Somit kann man sagen: aus heutiger Sicht wird nur ein Ausbrechen einer neuen Weltkrise, wie die Subprime-Krise von 2007, dem Goldpreis zu ungeahnten Höhen bzw. zu einem Allzeithoch verhelfen.

 

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