GRIMALDI & PARTNERS hilft typische Anlagefehler zu vermeiden

Silvano Grimaldi
Von Silvano Grimaldi, GRIMALDI & PARTNERS AG, Zürich.

Neue Bestmarken von den Aktienmärkten erreicht
Die europäischen Aktienmärkte rücken nach. Wie es in der Vergangenheit schon oft der Fall war, folgen sie den amerikanischen Aktienmärkte hinterher, denn die US-Leitindizes Dow Jones Industrial Average (DJIA) und Standard & Poor’s 500 (S&P 500) haben bereits seit 2013 neue Allzeithochs erreicht. In Europa mussten sich die Anleger bis 2017 gedulden, bis der DAX Anfang Mai das Allzeithoch um die 12’390 Punkte knacken konnte. Der Schweizer Leitindex SMI, in welchem die zwischenzeitlich ausgeschütteten Dividenden nicht mitgezählt werden, ist kürzlich ebenfalls über die Marke von 9’000 Punkte gestiegen. Unter Einbezug der Dividenden hat der SMI das seinerzeitige Allzeithoch von 9’548 Punkten inzwischen auch übertroffen.

Nun ist der Bullenmarkt im achten Jahr: Ist nun die Zeit gekommen, um aus den Aktienmärkten auszusteigen?
Die Aktienmärkte jagen im laufenden Jahr einen Rekordstand nach dem anderen. Herkömmliche Bewertungsmassstäbe wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis weisen in den Industrienationen mehrheitlich eine stattliche Bewertung auf. Wie wird es weitergehen? Ist die Hausse bald zu Ende, also ist nun die Zeit gekommen, auszusteigen?

Typische Verhaltensfehler von Anlegern
Ein unerfahrener Privatanleger neigt dazu, auf diesen erreichten neuen Bestmarken noch einsteigen, um den „Zug nicht zu verpassen“. Die Privatanleger, die bereits dabei sind, sind versucht, die Gewinne schnell zu realisieren. Und diejenigen Privatanleger, die seit längerem an verlustreichen Anlagen festhalten, werden hoffen, dass sich diese Titel dank der Börsenhausse über den Kaufpreis erholen werden.
Diese Verhaltensweisen werden von der Behavioural Finance als Dispositionseffekt bezeichnet. Vor allem das Festhalten an verlustreichen Anlagen schadet der Portfolioperformance erheblich, weil die Renditen geometrisch verbunden sind und ein 50%iger Verlust einen 100%igen Gewinn erfordert, um den ursprünglichen Kaufpreis wieder zu erreichen.
Nun, wer unter den drei geschilderten Privatanlegern hat den richtigen Anlageentscheid getroffen? Die Antwort lautet: Keiner. Alle drei Privatanleger haben typische Anlagefehler gemacht.

Disziplin ist entscheidend für mittel- bis langfristig höhere Renditen  
Sowohl in der aktuellen positiven Aufstiegsphase als auch während Abstiegsphasen an den Aktienmärkten gilt es als oberstes Gebot, diszipliniert am Anlagehorizont festzuhalten. Denn die eigenen Aktienpositionen vorzeitig zu verkaufen oder – noch schlimmer – diese erst zu verkaufen, wenn sich der Bärenmarkt bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, ist der beste Weg, um das Renditepotential zu zerstören. Ein Abweichen vom ursprünglich gewählten Anlagehorizont ist gleich, wie eine „Lebensversicherung“ vorzeitig zu künden: Dies wird nur mit Verlusten verbunden sein.
Wenn wir den Atlantik mit einem Boot überqueren und durch einen Sturm gehen, ist es wichtig in einem soliden Boot zu sitzen, damit wir mit Sicherheit wieder anlegen können. Genau gleich ist es an den Aktienmärkten: So schmerzhaft eine Krise für das Portfolio sein kann, wichtig ist es, an der gewählten Anlagedauer festzuhalten. Man soll sich nicht prozyklisch verhalten, sondern am besten gar nichts tun oder sich eventuell sogar antizyklisch verhalten. Das heisst: Sowohl heute bei den Rekordständen an den Aktienmärkten als auch generell während Bärenmärkten sollte man die eigenen Aktienpositionen halten, und wenn nicht, dann sollte man antizyklisch handeln, also die Aktienquote am Anfang einer Abstiegsphase reduzieren.

Durch konsequente Vermeidung typischer Anlagefehler können wir einen Mehrwert von durchschnittlich 4% p.a. erreichen
Ein weiterer typischer Anfängerfehler besteht darin, zu stark auf wenige Anlagen zu fokussieren, denn dies schafft Klumpen-Risiken. Damit kann der Verlust auf einer einzigen Anlageposition die ganze Portfoliosubstanz unwiderruflich erodieren. Um das Risikoprofil eines Anlegers genauer bestimmen zu können, sollte man neben der Risikofähigkeit und der Risikobereitschaft auch die Verlustaversion abklären: Dabei geht es um die Frage, wie sich ein Anleger bei Verlusten verhält. Denn nicht jeder Anleger reagiert gleich auf Buchverluste. Die fehlende Abklärung der Verlustaversion führt zu risikoreicheren Anlagestrategien als dies für den einzelnen Anleger angemessen ist.

Ein weiterer Anlagefehler ist das Unterschätzen der Verwaltungskosten, und zwar vor allem der so genannten verdeckten Kosten. Dazu gehören z.B. die Anlagefondsgebühren, die zusätzlich zur den Management-Fees anfallen. Dies kann zu Gesamtkosten von über 3% p.a. führen, was eine entsprechende Reduktion des Anlageerfolges bewirkt.

Schliesslich ist auf eine Schwäche der gängigen Finanzmarkttheorie hinzuweisen. Üblicherweise wird das Risiko einer Anlage mit deren Schwankungsbreite gleichgesetzt, also mit dem Ausmass der in der Vergangenheit gemessenen Kursgewinne oder Kursverluste. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass es sich dabei manchmal um ein ungeeignetes Kriterium zur Definition des Risikos handelt, das zu völlig unpassenden Anlagen für den Anleger führen kann. Denn gerade in Hausseperioden ist die Volatilität tendenziell tief, obwohl das Kursrisiko bei hohen Notierungen grösser ist als in der Baisse.

Alle diese Fehler vermeiden wir bei Grimaldi & Partners konsequent. Wir legen die Kundenportfolios breit diversifiziert an. Mit Direktanlagen (das heisst durch Verzicht auf Anlagefonds und ähnliche Instrumente) halten wir die Verwaltungskosten auf dem Minimum, was durch Kostenoptimierung eine Zusatzrendite um die 2% p.a. generiert.
Die Abklärung der Verlustaversion bzw. die Ermittlung des emotionalen Profils des Kunden erlaubt uns, das Risikoprofil genauer zu ermitteln, was das Enttäuschungspotential in schlechten Markphasen erheblich reduziert. Schliesslich vermeiden wir aktienspezifische Risiken, indem wir mehr auf das Unternehmen schauen, auf sein Management, die Markpositionierung, die Aussichten usw., statt uns nur mechanisch an gängigen Bewertungskennzahlen wie das KGV zu orientieren.

Fazit: Kaufen, Halten oder Verkaufen im aktuellen Marktumfeld?
Um die Eingangsfrage zu beantworten: Die Bäume werden auch diesmal nicht in den Himmel wachsen. Allerdings ist die Tatsache, dass die Aktienmärkte neue Rekordstände erreicht haben, für sich allein noch kein Grund um die Gewinne zu realisieren. Denn: Wir müssen verstehen, wo wir im Gesamtzusammenhang stehen: Wir haben nach der Subprime-Krise 2007-2009 einige massive Taucher erlebt: 2010 der Ausbruch der Eurokrise; 2011 Sorgen um einen Zahlungsausfall der USA; 2015 die Angst vor einem deflationären Schock für die Weltwirtschaft, als China seine Währung abwertete. Also: diese Marktbereinigungsprozesse liegen hinter uns. Alle Zeichen zeigen auf Grün: In der USA hat der Technologie Index NASDAQ eine neue Bestmarke erreicht. Dies gilt als Vorlaufindikator für die Hauptbörsen. In Europa deuteten sämtlichen Konjunkturindikatoren auf eine Beschleunigung der Konjunktur hin, was zu höheren Gewinnen bei den Unternehmen führen soll. Daher ist das gegenwärtig optisch hohe KGV-Niveau etwas zu relativieren. Solange die Zinsen, Rohstoffpreise und Inflation niedrig bleiben, und die Unternehmen ihre Profitabilität steigern, wird wohl nichts im Wege stehen für weitere Avancen an den internationalen Aktienmärkten. Der Bullenmarkt ist damit noch nicht an seinem Ende. Im laufenden Jahr wie voraussichtlich auch im Laufe von 2018 dürfte es wohl noch weiter nach oben gehen. Erste Warnsignale wären, wenn die Zinsen steil ansteigen würden und/oder der Volatilitätsindex zu steigen beginnt. Somit kann man das richtige Anlageverhalten im aktuellen Umfeld wie folgt zusammenfassen: Gewinne laufen zu lassen!

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