GRIMALDI & PARTNERS – Hinkt der Euro-Aktienraum 2021 wieder dem US-Markt hinterher?

GRIMALDI & PARTNERS – Hinkt der Euro-Aktienraum 2021 wieder dem US-Markt hinterher?
Von Silvano Grimaldi, CEO Grimaldi & Partners. (Foto: zvg)

Zürich – Der deutsche Leitindex DAX hat erst kürzlich den Einbruch vom Coronacrash des vergangen März 2020 wettgemacht, als in den USA die Technologiebörse Nasdaq im Juni und der breit gefasste S&P500-Index im Herbst des vergangenen Jahres bereits sämtliche Verluste ausgeglichen hatten. Wird die Vorreiterrolle der US-Börsen im laufenden Jahr Bestand haben oder zeichnet sich eine relative Stärke der Euroraum-Börsen ab? Silvano Grimaldi, CEO der unabhängigen Vermögensverwaltung Grimaldi & Partners AG, gibt Ihnen Antwort.

Neues Jahr altes Leid?
Der Euroraum hat ein grosses Wachstumspotential. Er ist trotz struktureller Probleme innovativer, produktiver und effizienter als die meisten Wirtschaftsräume der Welt. Die bisherigen wachstumshemmenden Faktoren werden aber bleiben, allen voran die Rigidität der Arbeitsmärkte mit langem Kündigungsschutz. Andererseits wirken das quantitative „Easing“ der Europäischen Zentralbank EZB, zusammen mit einem niedrigen Ölpreis und einem im historischen Vergleich immer noch günstigen Eurowechselkurs, stimulierend für die EU-Wirtschaft.

Covidkrise als Chance
Die Covidkrise hat nicht nur Unheil gebracht. Mit der Schaffung des neuen Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM-Pandemie-Rettungsfonds wurde ein Meilenstein im europäischen Integrationsprozess erreicht. Mit den Finanzhilfen sollen Mitgliedsstaaten unterstützt werden, die wirtschaftlich in besonderem Masse von der Corona-Pandemie betroffen sind. Was die wichtige Folge ist: nach Auflage der neuartigen Euro-Bonds wird der Euro gestärkt, und die gemeinschaftliche Finanzierung der Coronahilfen schafft ein Wertpapier mit hoher Bonität. Das macht den europäischen Kapitalmarkt attraktiv und der Euro zu einer Währung mit internationalem Gewicht.

Technologiemacht USA
Die US Wirtschaft wird noch lange eine Wachstumsmaschine bleiben. Das Wachstum wird vor allem von einer hohen Innovationskraft getragen und vom Willen der USA, die technologische Vormachtstellung zu behalten. Daher wird der S&P500-Aktienindex weiterhin, vor allem durch den Technologie- und Health-Care-Sektor, auch im laufenden Jahr getragen. Innovative Euroraum-Konzerne haben die Chance allerdings, weiterhin im internationalen Wettbewerb besser abzuschneiden.

Fazit
Die Kombination von tiefen Zinsen, expansiver Geld- und Fiskalpolitik und eine zu erwartende Erholung der Unternehmensgewinnen dürfen sich im Jahresverlauf kurssteigernd auswirken. Nach einer möglichen Januarkorrektur haben Anleger mit langer Sicht die Opportunität, mehr in Qualitätswachstumsaktien der Eurozone zu investieren. Schliesslich dürfte eine Aufwertung des Euro den technologischen Wachstumsfortschritt im Euroraum vorantreiben.

© 2021, Grimaldi & Partners AG

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