Credit Suisse bezahlt in Zinsaffäre 50 Mio USD

US-Justiz

Frankfurt – Die Credit Suisse (CS) kann einen weiteren Teil ihrer Altlasten abhaken. Die zweitgrösste Schweizer Bank und sechs andere Geldhäuser haben eine Klage wegen Zinsmanipulationen in den USA mit einem millionenschweren Vergleich beigelegt. Die Klage gegen sieben weitere Grossbanken, darunter die UBS, läuft dagegen weiter.

Die Institute zahlten 324 Mio USD Schadensersatz an Pensionsfonds, amerikanische Kommunen und andere Grossinvestoren, teilte deren Anwaltskanzlei Scott+Scott in der Nacht auf Mittwoch mit. Die CS, die Deutsche Bank, die Bank of America und die RBS steuerten demnach jeweils 50 Mio USD bei, die höchste Summe zahlte JPMorgan mit 52 Mio.

Die Kläger werfen den Banken vor, zumindest von 2009 bis 2012 den Marktindex Isdafix zu ihren Gunsten manipuliert zu haben. Vom Isdafix hängen Zins-Swaps und strukturierte Derivate im Billionen-Volumen ab. Mit Produkten, die sich am Isdafix orientieren sichern sich etwa Pensionskassen gegen Risiken ab.

«Diese Vergleiche kommen zu einer Zeit, in der die Banken ihren Aktionären vermitteln wollen, dass das Schlimmste vorbei ist, was die Strafen für ihr Fehlverhalten betrifft», sagte Klägeranwalt David Scott. Die Kanzlei prüfe derzeit noch, ob sie auch für ihre Kunden in Europa eine Wiedergutmachung der Schäden erreichen könne.

Nicht auf Vergleich eingegangen
Nach Angaben der Kläger dauert der Rechtsstreit mit der UBS, BNP Paribas, Goldman Sachs, HSBC, Morgan Stanley, Nomura, UBS, Wells Fargo und ICAP an. Sie liessen sich nicht auf einen Vergleich zum Isdafix ein. Dem britischen Broker ICAP wird vorgeworfen, Handelsgeschäfte so lange hinausgezögert zu haben, bis der Index auf einem Stand war, der den Banken zupass kam.

UBS, BNP Paribas, HSBC und Morgan Stanley lehnten eine Stellungnahme ab. Von den anderen Banken, gegen die die Klage weiterläuft, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die US-Aufsichtsbehörde CFTC hatte schon vor Jahren eine Untersuchung wegen möglicher Isdafix-Manipulationen eingeleitet. Vor einem Jahr hatte die britische Bank Barclays 115 Mio USD Strafe an die CFTC gezahlt. Die nun beigelegte Privatklage hat mit diesen Verfahren nichts zu tun.

Weitere Untersuchungen
Vor wenigen Wochen waren Banken vor einem Gericht in New Yorker mit dem Versuch gescheitert, die Klage abweisen zu lassen. Der Vergleich muss vom Gericht noch genehmigt werden.

Weltweit laufen seit rund drei Jahren auch behördliche Untersuchungen, ob Banken bei der Ermittlung der Derivate-Kurse ähnlich wie im Libor-Skandal bei Referenzzinssätzen manipuliert haben. Ähnliche Ermittlungen gibt es auch bei anderen wichtigen Kennziffern – etwa Devisenkursen sowie den Preisen von Gold und Silber. (awp/mc/ps)

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