Hypo Real Estate hat Anleger laut Gericht zu spät informiert

Georg Funke

Einvernahme am kommenden Donnerstag: Ex-HRE-Chef Georg Funke.

München – Die Hypo Real Estate (HRE) hat nach der bisherigen Einschätzung des Oberlandesgericht München ihre Anleger zu spät über die Folgen der Finanzkrise für die Bank informiert. In einem Hinweis sagte der Vorsitzende Richter Guido Kotschy am Montag, die Bank habe in einer Pressemitteilung im August 2007 betont, keine negativen Auswirkungen durch die Krise zu befürchten.

Dies hätte korrigiert werden müssen, nachdem der Bank der Ernst der Lage klar geworden sei. Die Pflichtmitteilung vom 15. Januar 2008 sei dafür wohl zu spät gekommen. Das Gericht verhandelt in einem Musterprozess über Schadenersatz-Forderungen ehemaliger Aktionäre der nach der Rettung durch den Bund verstaatlichten Bank.

Einvernahme des ehemaligen HRE-Chefs am Donnerstag
Genauere Informationen erhofft sich Kotschy aus der Vernehmung des damaligen HRE-Chefs Georg Funke am Donnerstag. Ehemalige Aktionäre der verstaatlichten Immobilienbank werfen dem Unternehmen vor, viel zu spät auf die Belastungen durch die Finanzkrise hingewiesen zu haben. Das Gericht hat die Flut der Klagen in einem Musterprozess vor dem Oberlandesgericht München gebündelt, um zentrale Fragen der Beweisaufnahme damit für alle Verfahren klären zu können. (awp/mc/ps)

 

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