IHAG Kommentar: Abwarten bei tiefen Volumen

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Nach einem positiven Wochenstart bröckelten letzte Woche die Kurse in den USA bis am Freitag etwas ab, allerdings konnten die hohen Niveaus bei tiefen Volumen verteidigt werden. Europa war ein Tick stärker und drückte mit dem schwachen EUR leicht nach oben, wenn auch ohne Überzeugung. Man wartete auf den Arbeitsmarktbericht vom Freitag. Dieser fiel schwächer aus als erwartet und schürte am Freitag bei den Anlegern die Hoffnung auf gemässigte Zinsschritte des FED. Die Börsen in Europa stiegen darauf meist über 2%, in den USA hingegen mit weniger Euphorie nur rund 0.5%. Insgesamt konnte der S&P 500 über die Woche 0.5% zulegen, der DAX 0.9% und der SMI 1.5%. Hier waren die Banken, parallel zur Erholung im europäischen Sektor, sehr stark, mit Credit Suisse +6.8% und UBS +4.7%.

Nachdem die Rendite 10-jähriger US-Treasuries am Freitag der Vorwoche mit der Rede von Janet Yellen auf 1.63% hochschoss, korrigierte sie bereits am Montag wieder in den seit Juli laufenden Seitwärtskanal zurück und schloss am Freitag bei 1.60%. In Deutschland und der Schweiz kletterten sie ein paar Basispunkte auf -0.04%, respektive -0.46%.

Nach dem Notenbanktreffen in Jackson Hole wird noch in diesem Jahr ein Anheben der Leitzinsen in den USA erwartet, gemäss einem nachgängigen Interview mit dem „falkenhaften“ FED-Vize Fischer lieber schon im September als im Dezember, was den USD zunächst stärkte. Die schwachen Non Farm Payrolls senken aber die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschrittes im September markant und stoppten den Anstieg des USD. Insgesamt gab der EUR/USD von 1.12 leicht nach auf 1.1150. Der USD/CHF kletterte zunächst auf 98.5 Rappen, fiel am Freitag auf 98 Rappen zurück und eröffnete heute Morgen leicht darunter. Der EUR/CHF stieg am Donnerstag bis auf knapp 1.10, glitt am Freitag aber wieder auf 1.0940 zurück.

Der Goldpreis sank am Donnerstag unter den charttechnischen Support des bisherigen Seitwärtsbandes bei USD 1315. Die überkaufte Situation seit dem Jahreshöchst anfangs Juli hat sich nun in eine überverkaufte umgewandelt. Die Frage ist nun, ob der 90 Tage Moving Average hält oder Fahrt Richtung USD 1250 aufgenommen wird. Mit der Erholung am Freitag auf USD 1320 scheint die Gefahr eines Rückschlages vorerst gebannt. Das Fass Brent sank über die Woche über 6% von USD 50 auf USD 47. Iran will die Förderung weiter hochfahren, viele US-Fracker haben die Gestehungskosten massiv gesenkt und steigende Lager in den USA verstärkten den Abwärtsdruck.

Erhöhter Druck auf die EZB
Die schwachen Inflationszahlen und die schlechtere Wirtschaftsstimmung erhöhen den Druck auf die EZB an ihrem nächsten Treffen vom 8. September weitere geldpolitische Lockerungsmassnahmen zu beschliessen. Allerdings sind keine grossen Veränderungen, sondern nur leichte Anpassungen am Wertpapierankaufprogramm zu erwarten. Verbal wird sich Mario Draghi wohl wie bisher alle Instrumente offenhalten und den nächsten Schritt des US-FED abwarten.

Die Notenbanken werden es schon richten…
Die Aktienindices halten sich in den USA bei ihren Rekordständen, bei tiefen Volumen und tiefer Volatilität. Es herrscht ein gewisse Sorglosigkeit, negative Infos werden ignoriert, die Notenbanken werden es schon richten. Mit dem schwachen Arbeitsmarktbericht ist nun das Hauptszenario ein Zinsschritt in den USA im Dezember. Damit gibt es eine Unsicherheit weniger und die Börsen in Europa setzten am Freitag zur Aufholjagd gegenüber den gut gelaufenen US-Indices an. Heute sind die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen. Es wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, ob die europäischen Indices nun über ihre Resistances laufen können. In Anbetracht von nun zwei positiven Aktienmonaten und mit Respekt vor saisonalen Rückschlägen im Herbst bleiben wir vorerst vorsichtig.

Pharma, Telekom und Versorger bröckeln ab
Branchenrotationen können beobachtet werden. Gut laufen zyklische Aktien und die meisten Small& Midcaps, wogegen Pharma, Telekom und Versorger abbröckeln. Die bisher geprügelten Banken kommen wieder en Vogue, Short-Positionen werden gedeckt und diverse Broker empfehlen auf den erstarkenden Trend aufzuspringen. Fundamental hat sich wenig verändert, das Umfeld bleibt garstig, aber es gibt auch keine schlechten Nachrichten, was die Angst vor einer Abwärtsspirale mindert. Man kann bei Credit Suisse oder BBVA versuchen auf den fahrenden Zug aufzuspringen, sollte aber mit Stopps arbeiten.

Besser gefällt uns Swiss Re, welche bisher saisonal in den kommenden 6 Monaten einen positiven Kursverlauf bis vor der Dividende zeigte. Charttechnisch hat sich bei CHF 80 ist ein starker Boden gebildet und wenn CHF 85 fällt ist der Weg frei bis gegen CHF 90. Die Hurricane Saison in den USA ist zwar da, aber der erste Sturm hat sich nun abgemildert. Seit mehreren Jahren sind die Sturmschäden tief ausgefallen, was sich auch dieses Jahr wiederholen könnte. Die hohe Dividende sollte stützend wirken und mit einem mehrmonatigen Horizont dürfte sich ein Engagement lohnen. (IHAG/mc)

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