IHAG-Kommentar: Abwarten vor Treffen Trump mit Xi

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Zürich – Die Billigung des Brexit-Vertrags durch die EU sorgte für eine positivere Stimmung am Montag in Europa. Gestützt wurde die Kurserholung auch von den jüngsten Signalen aus Rom. Nach Andeutungen des US-Notenbankchefs, dass sich das Zinsniveau langsam dem neutralen Bereich nähere, sind am Mittwoch die Börsen in den USA mit kräftigen Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Der S&P500 gewann am selben Tag 2.5% und über die Woche sogar fast 5%.

Ansonsten lähmte die Unsicherheit über einen möglichen Deal von Trump mit Xi am G20 Gipfel. Der Euro Stoxx 50 erholte sich über die Woche 1.4% und der DAX 0.6%. Der SMI konnte sogar über 2% zulegen, getragen von Roche (+4.2%) und Novartis (+3.4%).

Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen glitten in den USA nochmals ein paar Basispunkte gegen die 3.0% Zone zurück. In Deutschland sank die Rendite im Bund auf 0.30% und in der Schweiz auf -0.09%.

USD durch Powell-Rede kaum bewegt
Der USD hat sich nach den taubenhaften Aussagen vom FED Chef Powell nur kurz abgeschwächt und kletterte nach 2 Tagen zurück zum Ausgangsniveau. Der EUR/USD konnte sich damit nicht vom sinkenden Trend lösen und schloss die Woche bei 1.13 gehalten. Der USD/CHF pendelt seit 2 Wochen zwischen 0.99 und 1.00 seitwärts, mit Schlusskurs bei 0.9980. Mit all den Unwägbarkeiten war der CHF gesucht, trotz unerwartet schwachem BIP des 3. Quartals. Der EUR/CHF bleibt damit seit einem Monat in einem leicht sinkenden Trend gefangen, mit Schluss bei knapp über 1.13.

Beim Goldpreis gab es wenig Bewegung, mit einem Freitagspreis von USD 1219 pro Unze. Nach dem massiven Kurszerfall beim Ölpreis, mit einem Tagesverlust von 6% am Freitag der Vorwoche, wurde über die Woche eine Bodenbildung über USD 58 pro Fass Brent eingeleitet. Im Vorfeld des OPEC Meetings vom kommenden Donnerstag gab es über das Wochenende stützende Meldungen, wonach die OPEC zusammen mit Russland die Produktion drosseln wolle.

„Burgfrieden“ zwischen USA und China
Nach dem vereinbarten Waffenstillstand (mit 90 Tage Pause) von Trump mit Xi am Rande des G20 Meetings, dürfte es zu einer kurzen Entspannung an den Aktienbörsen kommen, möglicherweise bis anfangs 2019. Die 90 Tage verstreichen aber schnell und es bleibt unsicher, wie weit China bei den Forderungen nach strukturellen Veränderungen (Technologietransfer, Schutz des Urheberrechts, etc) einlenken wird. Die Abschwächung der Konjunktur und zu hohe Gewinnerwartungen dürften einer zu starken Erholung im Wege stehen.

In die Autoaktien wird das Treffen zwischen den Chefs der deutschen Autohersteller und Donald Trump im Weissen Haus (am Dienstag) über die Zölle zwischen der EU und den USA Bewegung bringen. In der zweiten Dezemberwoche steht dann noch die Abstimmung im britischen Unterhaus betreffend des Brexit-Abkommens an.

Generell würden wir das Portfolio defensiver ausrichten und Aktien mit zu hoher Bewertung reduzieren. Erhöhen würden wir Versicherungsaktien (Zurich, Allianz) und auch Novartis. (IHAG/frp/mc/ps)

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