IHAG-Kommentar: Ängste vor Ansteckung der Währungsprobleme einiger Schwellenländer haben sich gelegt

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Am Montag fiel der ISM Manufacturing Index mit 51.3 Punkten massiv unter den Erwartungen aus. Dies führte zu einem kleineren „Meltdown“ an den Börsen. Während die europäischen Aktien auf den Tagestiefstkursen, aber noch halbwegs auf Supports schlossen, krachten die amerikanischen Indizes durch alle Böden. Der S&P 500 schloss mit einem Minus von 2.3%, dem grössten prozentualen Tagesverlust seit Juni 2013.

Die Lage stabilisiert sich dann und am Donnerstag drehten die Börsen ohne klaren Auslöser nach oben. Von der Draghi-Rede (die EZB beliess den Leitzins unverändert bei 0.25%) kam nichts Neues, dennoch nahmen die Börsen sogar noch richtig Fahrt auf. Am Freitag wartete alles auf die neugeschaffenen Stellen in den USA. Diese kamen etwas unter den Erwartungen, aber die Arbeitslosenrate sank leicht bei etwas höherer Partizipationsrate.

Rebound fortgesetzt
Nach kurzer Volatilität wurde dies positiv ausgelegt und der Rebound fortgesetzt. Der SMI konnte über die Woche wieder 1.6% zulegen, der Euro Stoxx 50 0.8% und der DAX ging fast unverändert aus der Handelswoche. Der S&P 500 konnte den 2.3%-igen Absacker vom Montag aufholen und über die Woche sogar 0.8% höher schliessen. Im SMI brillierte Swatch mit +6.4% nach einem guten Jahresabschluss und passablen Schweizer Uhrenexporten.

Im Gegenzug zu den sich erholenden Börsen gaben sowohl der US-Treasury als auch der Bund-Futures nach. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen sahen am Montag einen momentanen Tiefstpunkt und drehten nach oben. Im Wochenvergleich stiegen sie in den USA und in Deutschland ein paar Basispunkte. In der Schweiz blieben sie praktisch unverändert. Die schwachen Währungen gewisser Schwellenländer konnten stabilisiert werden und erstarkten sogar leicht. Der USD schwankte zum CHF in einer engen Bandbreite von einem Rappen und schloss bei 90 Rappen. EUR/USD beendete den Rückgang der Vorwoche und der USD schwächte sich leicht von 1.35 auf 1.36 ab. Der EUR/CHF wurde bei 1.2245 stabil gehalten.

Gold kletterte von USD 1240 nach USD 1263 die Unze. Einige ETF-Fonds meldeten wieder Zuflüsse. Der Ölpreis nahm nach einer tagelangen Seitwärtsbewegung bei USD 106 pro Barrel Brent gegen Ende Woche etwas Fahrt auf nach USD 107.

Überverkaufte Börsen drehen wieder nach oben
Nachdem die Investoren am Montag noch zitterten, ob die diversen charttechnischen Unterstützungslinien halten oder brechen könnten, mit einer weiteren Abwärtsspirale, drehten die bereits überverkauften Börsen doch wieder nach oben. Die Ansteckungsgefahr der Turbulenzen in einigen Währungen von Schwellenländern wurde wohl doch nicht als so hoch erachtet, wie zu Beginn der Woche. Diverse Unternehmensabschlüsse beruhigten, mit meist positivem Ausblick. War dies nun der bereinigende Wintersturm? Der als Angstindikator betitelte Volatilitätsindex VIX kam jedenfalls markant zurück und der Rebound scheint möglich. Als Bremse könnte sich allerdings die Erreichung der Schuldenobergrenze in den USA mit Budgetstreit erweisen. Bisher haben sich die zerstrittenen Politiker meist in letzter Minute auf einen Kompromiss einigen können, was auch diesmal der Fall sein dürfte. Ein Shutdown wie im Oktober sollte sich kaum wiederholen.

Weitere Kurserholung wahrscheinlicher
Es wird sich in den kommenden Tagen nun weisen, ob die Tiefstkurse vom letzten Montag einen neuen Support bilden, auf dem ein Kursanstieg aufgebaut wird. Das Deutsche Bundesgericht hat sich zum strittigen OMT-Programm noch nicht festgelegt und Fragen an den Europäischen Gerichtshof nach Brüssel weiter geleitet. Dieses wird sich wohl pro Europa entscheiden, womit zumindest Zeit gewonnen wird. Daher favorisieren wir das Szenario der weiteren Kurserholung. Wir würden die Korrektur für Zukäufe nutzen. Adecco ist hauptsächlich in USA und Europa tätig, profitiert frühzyklisch vom Wirtschaftsaufschwung. Nach der Kurskorrektur bis auf CHF 70 ist der Rebound im Gange und könnte über das Top bei CHF 75 führen. Um sicher zu gehen kann man einen Stopp bei CHF 69.80 setzen. Georg Fischer hat vom Top bei CHF 655 fast 10% bis auf CHF 600 korrigiert und schloss bei CHF 625. Der Abschluss vom 25. Februar sollte keine Überraschungen bringen, aber den soliden Geschäftsgang bestätigen. (IHAG/frp/mc/ps)

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