IHAG-Kommentar: Aktien bleiben im Seitwärtstrend

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Nach den Verlusten in den beiden Vorwochen, setzte in der letzten Woche an den Börsen ein Rebound ein. Allen voran in Europa konnten die Aktienmärkte einen Teil ihrer Verluste wieder gutmachen. So erzielte der Dax ein Wochengewinn von 2.6% und der SMI kletterte um 1.3% auf 8‘609 Punkte. In den USA reagierte die Börse nach der erwarteten Zinserhöhung durch die Notenbank zuerst positiv. Am Donnerstag und Freitag standen die Dividendenpapiere indes wieder unter heftigem Verkaufsdruck, sodass der S&P500 alle seine Gewinne wieder preisgeben musste.

Bei den Währungen schwächte sich der Euro gegenüber dem Dollar wieder etwas ab. Der CHF bleibt gegenüber dem EUR im bestehenden Band und ein USD kostet wieder 99 Rappen.

Die Zinsen zogen am langen Ende in den USA und Europa leicht an. In der Schweiz stieg die Rendite für zehnjährige Eidgenossen von -0.22% auf -0.16%.

Ölpreise ungebremst auf Talfahrt
Die Baisse beim Öl geht mit unvermindertem Tempo weiter. Es gibt noch immer keine Anzeichen, dass einzelne Produzenten oder wichtige Förderländer wie Saudi-Arabien ihre Förderung drosseln würden. Damit nimmt das Überangebot immer mehr zu und die Lager sind so gut gefüllt wie schon lange nicht mehr. Mit dem Ölpreis verbilligt sich auch der Benzinpreis. In den USA nähert sich der Preis für eine Gallone Benzin den Tiefstständen von USD 2, die letztmals in der Finanzkrise erreicht wurden.

Der Goldpreis konnte sich in der letzten Woche stabilisieren. Der weitere Preisverlauf hängt mitunter am Tempo der nächsten Zinserhöhungen in den USA. Je höher die Zinsen steigen, desto unattraktiver wird es das gelbe Edelmetall zu halten.

Fed hat «geliefert»
In den USA stand die Zinserhöhung durch das Fed im Fokus. Dieser Zinsschritt wurde bereits mehrmals in diesem Jahr erwartet und bis am letzten Mittwoch hat das Fed ihn immer wieder verschoben. Entscheidend wird sein, wie rasch die Notenbank die Zinsen im nächsten Jahr erhöht. Das Komitee selber geht von vier Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte aus. Abgeleitet aus den Fed Fund Futures erwartet der Markt nur eine bis zwei Zinserhöhungen. In der Vergangenheit zeigte sich immer wieder, dass das Fed die wirtschaftliche Lage zu optimistisch einschätzte. Es würde daher nicht überraschen, wenn das Gremium in 2016 ihre Prognosen zurücknehmen muss und die Zinsen nur marginal erhöht.

Walt Disney und Peugeot im Fokus
Die Aktienmärkte dürften in den restlichen Handelstagen dieses Jahres keine Stricke mehr zerreissen. Eindeutige Treiber fehlen, insbesondere gegen oben. Die Märkte befinden sich in einem volatilen Seitwärtstrend und haben immer weniger Unterstützung von der monetären Seite. Nach der ersten Zinserhöhung durch das Fed und dem Nichtaufstocken des QE-Programmes der EZB läuft die Liquiditätshausse aus. Der Fall der Rohstoffpreise ist für die Börsen mehrheitlich negativ, unter anderem weil die Investitionstätigkeit der Unternehmen aus diesem Sektor und rohstoffabhängigen Staaten fällt. Gleichzeitig ist die Bewertung der Aktienmärkte mittlerweile nicht mehr günstig. Es ist ein Wachstum eingepreist, das viele Unternehmen nicht mehr liefern können. Dies gilt vor allem für Industriefirmen und Hersteller von Investitionsgütern. Für Gesellschaften, die den Privatkonsum bedienen, präsentieren sich die Aussichten etwas besser. Uns gefallen hier Aktien wie Walt Disney in den USA oder Peugeot in Europa. (IHAG/wum/mc/ps)

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