IHAG-Kommentar: Aktien in Europa ohne Schwung

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die USA waren wegen Thanksgiving am Donnerstag geschlossen. Im Vorfeld wurden aber Aktien in den USA gekauft und die Indices kletterten munter weiter. In Europa bremste die stockende Regierungsbildung in Deutschland und die meisten Aktienkurse bewegten sich in einer ruhigen Woche seitwärts. Immerhin gab es zum Wochenende etwas Schwung mit guten Wirtschaftsindikatoren (Ifo und PMI Einkaufsmanager Indices)

Der Euro Stoxx 50 gewann über die Woche 1%, der DAX 0.5% und der SMI 1.6%, wo mit positiven Forschungsresultaten bei Roche der Genussschein 7% in die Höhe sprang und den SMI mitzog. Es bleibt abzuwarten, ob die Details im Dezember die Euphorie rechtfertigen. In der kurzen US-Handelswoche konnte der S&P 500 nochmals 0.9% zulegen und einen weiteren Rekord verzeichnen. Auch der NASDAQ zog weiter, unterstützt von Amazon (+5%)

Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen verharrten auf ihren Ständen, in den USA bei 2.34%, in Deutschland bei 0.36% und in der Schweiz bei -0.13%. Das Protokoll der letzten FED-Sitzung wurde dahingehend interpretiert, dass im 2018 weniger Zinsschritte erfolgen könnten als bisher erwartet. Dagegen deuteten die Einkaufsmanager-Indices in Europa auf eine starke Konjunktur hin. Beides setzte den USD unter Druck, mit Beschleunigung am Freitag Abend. Der EUR/USD kletterte auf 1.1930 und der USD/CHF sank auf 98 Rappen. Der EUR/CHF drohte unter 1.16 zu fallen, kletterte aber am Freitag wieder Richtung 1.17.

Der Goldpreis stagniert seit anfangs November und schloss bei USD 1288 pro Unze. Beim Öl treffen sich die OPEC und weitere Förderländer diese Woche in Wien. Im Vorfeld schienen sich OPEC und die Russen auf weitere Förderkürzungen zu einigen, was dem Ölpreis Auftrieb verlieh. Über die Woche stieg das Fass Brent 1 USD auf USD 63.60.

„USA hui und Europa pfui“
„USA hui und Europa pfui“, so scheinen die Investoren zu denken, jedenfalls ist man geneigt dies so zu interpretieren. Die US-Aktienindices klettern bei historisch tiefer Volatilität, getrieben von Technologieaktien (NASDAQ) von Rekord zu Rekord, wogegen in Europa der Schwung fehlt. Als Erklärung dient die bremsende Wirkung des starken EUR, welcher positive Faktoren, wie die gute Konjunktur untermauert von steigenden Einkaufsmanager-Indices in Europa, aushebelt. Dennoch, die Gewinne klettern und stützen die hohen Bewertungen. Damit könnten die europäischen Aktien in den kommenden Wochen oder anfangs 2018 wieder Schub bekommen.

Die Finanzwerte bleiben günstig bewertet und haben das Potential für eine P/E-Expansion zusammen mit steigenden Gewinnen bei einer attraktiven Dividendenrendite. Kaufenswert sind Allianz, Zurich, ING und UBS. Bei Zementaktien war der Quartalsabschluss bei HeidelbergCement gut und bei LafargeHolcim dürfte der CEO im März seine Strategie zu Effizienzsteigerung vorlegen. Beides sind zyklische Werte, welche von einer besseren Konjunktur und mittelfristig von der Urbanisierung profitieren. Weiter zum Kauf empfehlen können wir Georg Fischer, wo wir uns nach einem Unternehmenskontakt vom weiteren mittelfristigen Wachstumspotential überzeugen konnten. (IHAG/frp/mc/ps)

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