IHAG-Kommentar: Angst vor Handelskrieg bewirkt Abgabedruck

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – US-Präsident Trump hat Strafzölle gegen China mit einem Volumen von rund USD 50 Mrd. angekündigt, worauf China mit Gegenmassnahmen reagieren will. Aus Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China kamen Aktien gegen Ende Woche entsprechend massiv unter Abgabedruck. Die Aktienindizes verloren am Donnerstag in den USA zwischen 2.5% bis 2.9% und am Freitag in Asien über 4%.

Über die Woche resultierte schliesslich ein Verlust von hohen 6.0% im S&P 500, je 4.1% im EuroStoxx 50 und im DAX sowie 3.5% im SMI. Grosse Verluste hinnehmen musste Swisscom (-7.8%) wegen des von Salt neu lancierten Preiskampfs. In Europa kam Deutsche Bank mit einem Profitwarning fast 12% unter die Räder, aber auch CS (-7.7%), ING (-6.6%) und UBS (-6%). In den USA waren die Verlierer Goldman Sachs (-8.4%), GE -8.7%) sowie die Techaktien Facebook (-13.9%) und Alphabet
(-10.1%).

Das FED hat wie erwartet den Leitzins am Mittwoch um 0.25% angehoben, aber wenig neue Erkenntnisse gebracht. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen schnellten in den USA kurz auf 2.92% hoch, aber mit den absackenden Aktien half die Flucht in sichere Anlagen und der Zins sank wieder auf Vorwochenniveau bei 2.83%. In Deutschland bewirkte das Risk-Off Verhalten ein Rückgang um 8 Basispunkte auf 0.53%. In der Schweiz sank der Zins wenige Basispunkte auf 0.01%.

Der EUR/USD tendierte zu leichter Stärke und kletterte von 1.2290 auf 1.2350. Im USD/CHF blieb es unaufgeregt mit Tendenz zur Schwäche gegen Wochenende und einem Schluss knapp unter 95 Rappen. Der CHF schien am Donnerstag und Freitag als sicherer Hafen gesucht zu werden, aber nach einem kurzen Schwächeanfall im EUR/CHF bis auf 1.1660 wurde der Kurs wieder ins Seitwärtsband über 1.17 gehoben.

Gold funktionierte diesmal als sicherer Hort. Der Goldpreis stieg über die Woche von USD 1320 bis auf USD 1355 pro Unze, mit Schluss bei USD 1349. Öl hatte eine starke Woche und stieg über 6% bis knapp vor USD 70 pro Fass Brent. Mit John Bolton hat Trump einen Veteran aus der Irak-Invasion unter Georg W. Bush an Bord geholt. Er dürfte Druck auf den Atom-Deal mit Iran machen und damit deren Ölexport unterminieren, was wiederum das Angebot drosseln könnte.

Die Strafzölle sind im Fokus und verunsichern, was Abgabedruck auf Aktien erzeugt. Es ist nicht klar, wie weit die USA gehen wollen, ob dies eine Verhandlungsstrategie ist oder doch eskalieren kann. Immerhin konnte die EU verhandeln und es werden vorerst keine Zölle auf EU-Stahl verhängt, analog zu anderen Ländern wie Mexiko oder Kanada. China hat bisher mit Bedacht und weniger Gegenzöllen reagiert, aber taktisch klargemacht, dass die Volksrepublik zu weit mehr Gegenmassnahmen fähig sei. Es gab übers Wochenende eher Zeichen von Mässigung.

Die Verkäufer überwogen klar die Käufer und mit dem Abgabedruck fielen in Europa die meisten Aktienindizes zurück auf das Sell-Off Niveau von anfangs März. Immerhin hat der DAX bisher bei diesem starken Support bei 11’830 gehalten und sich im Closing etwas davon gelöst. Der SMIC (inklusive Dividende) ergibt ein ähnliches Bild und auch der breite STOXX600 (inklusive Dividende). Es wird nun entscheidend sein, wie die Woche eröffnet. Die Stimmung ist angespannt, aber es herrscht doch noch keine Panik, welche eine weitere Verkaufswelle bringen würde.

Wir würden noch Nerven behalten und setzen auf ein taktisches Pokern der Handelskontrahenten USA und China, mit einem Restrisiko einer Eskalation. Bei einer Stabilisierung der Lage dürften wieder Käufer an die Börse kommen und einen Rebound bewirken.

Auf der Kaufliste hätten wir dann HeidelbergCement. Die Aktie hat stark korrigiert, die Firma ist aber gut unterwegs, mit positivem Ausblick und dafür günstig bewertet. Auch die von CHF 180 bis auf CHF 144 gesunkene Kühne+Nagel werden bei einer Dividendenrendite von 4% interessant. (IHAG/mc)

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