IHAG-Kommentar: Banken erneut im Fokus – der September bleibt schwierig

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die letzte Woche brachte für die Aktienmärkte erneut Rückschläge. Eine Ausnahme waren die US-Börsen, wo der S&P500 0.5% gewann. In Europa korrigierte der Dax um 2.8% und handelt damit immer deutlicher unter dem kritischen Level von 10‘500. Grösster Verlierer war die Deutsche Bank, nachdem das DoJ eine Strafzahlung in Höhe von USD 14 Mrd. für Verfehlungen im Hypothekenmarkt forderte. Die Aktie verlor im Wochenverlauf über 12%. In der Schweiz korrigierte der SMI 1.6%. Zu den grössten Verlierern zählten auch hier Bankwerte. UBS und CS verbilligten sich über die Woche um 6.9% bzw. 5.6%.

Bei den Währungen ist es erstaunlicherweise ruhig und die Volatilität ist gering. Der Euro wurde gegenüber dem Dollar etwas schwächer und der EUR/CHF bewegte sich seitwärts. Eventuell kommt nach den Notenbanksitzungen vom nächsten Mittwoch (Fed, BoJ) mehr Bewegung in den Markt.

Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen hielten sich in den USA bei 1.70%. In Deutschland kam es bereits wieder zu einem Renditerückgang auf den Nullpunkt. In der Schweiz stehen die Zinsen bei -0.40%.

Im Ölmarkt entwickelt sich die Nachfrage in China erfreulich positiv. Analysten melden fürs erste Halbjahr ein Plus bei der Benzinnachfrage von mehr als 10%. Dies ist eine Folge der stark gestiegenen Autoverkäufe in China in den letzten Jahren. Im August wurden sogar 24% mehr Autos (Stückzahl: 2.07 Mio.) verkauft als im letzten Jahr. Beim Angebot warten die Marktteilnehmer auf das nächste Opec-Meeting, das auf den 27. September in Algier angesetzt ist. Dort sind auch die Russen dabei und es wird spekuliert, dass es zu Produktionsabsprachen kommen könnte. Der Goldpreis ist per Ende Woche wieder auf
USD 1‘311/Unze zurückgekommen. Damit bewegt sich das Edelmetall weiterhin im engen Band von 1‘350/Unze und USD 1‘300/Unze.

Warten auf Fed
Diese Woche warten die Marktteilnehmer gespannt auf die FOMC-Sitzung vom 21. September. Erwartet wird ein Festhalten am bisherigen Zinssatz. Wichtiger werden deshalb die Kommentare von J. Yellen über den wirtschaftlichen Ausblick sein. Dies auch vor dem Hintergrund der eher enttäuschenden US-Wirtschaftszahlen der letzten Wochen. Am selben Tag findet auch die Sitzung der BoJ statt. Die BoJ steht vor dem Problem, dass ihre bisherigen Stimuli weder zu Inflation noch zu Wachstum geführt haben. Ihre Politik hat eher geschadet als genützt. So leiden die Banken unter den Negativzinsen und der immer flacher werdenden Zinskurve. Darüber hinaus ist der JPY wieder stärker geworden, was der Exportwirtschaft schadet. Es scheint für die BoJ ein Ding der Unmöglichkeit zu sein in diesem Szenario eine passende Lösung zu finden. Ähnlich wie die EZB dürfte die BoJ kaum einer Verstärkung der Stimuli ins Auge fassen. Die Notenbanker sind vielmehr geneigt den Ball der Fiskalpolitik zuspielen zu wollen. Genannt werden hier staatliche Infrastrukturprogramme, die das Wachstum ankurbeln sollen. Ob in einem solchen Szenario die Zinsen immer noch weiter fallen, muss abgewartet werden. Bis jetzt wird der jüngste Zinsanstieg als technische Gegenreaktion beurteilt.

Im Aktienmarkt sind die Finanzwerte wieder unter Druck geraten, nachdem sie vor allem in Europa einen guten Lauf hatten. In den USA ist die Wells Fargo in den Schlagzeilen, nachdem die Bank zugegeben hat im Rahmen des Cross-Sellings falsche Konten eröffnet zu haben. Der Aktienkurs sackte um über 10% in den Keller. Es wird eine Untersuchung geben und als Folge wohl zusätzliche Regulierungen. Für die Banken bedeutet dies weiter steigende Kosten und noch tiefere Renditen. In Europa wurde die Deutsche Bank mit einer hohen Busse vom DoJ konfrontiert. In der Folge korrigierten auch die CS und die UBS, da auch diese Institute den Hypothekenfall in den USA noch nicht geregelt haben. Obwohl die Banken Rückstellungen gebildet haben, lassen die möglichen Bussen erneut Zweifel an ihrer Kapitalstärke aufkommen.

An der Seitenlinie bleiben
Insgesamt präsentiert sich die Newslage an den Börsen eher negativ. Enttäuschende Wirtschaftszahlen aus den USA und teilweise auch aus Europa sowie die genannten Bankenprobleme drücken auf die Stimmung. Dazu kommt die Unsicherheit über das weitere Verhalten der Notenbanken und das Risiko von weiteren Zinsanstiegen. Wir beobachten deshalb das Geschehen an der Börse weiterhin von der Seitenlinie aus. Neue positive Impulse sind nach unserem Dafürhalten erst wieder mit den Q3-Zahlen möglich, die ab Mitte Oktober zu erwarten sind. (IHA/wum/mc/ps)

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