IHAG-Kommentar: Berichtsaison bisher gemischt

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Börsen konsolidieren und die Akteure konzentrieren sich auf die Berichtesaision, welche doch grössere Ausschläge in beide Richtungen bei einzelen Titeln brachte. Nach einem nervösen Rücksetzer Mitte der Woche erholten sich die Aktienindices am Donnerstag und Freitag. Der S&P 500 legte im Wochenvergleich 0.9% zu, der Euro Stoxx 50 0.5% und der DAX noch 0.1%. Der SMI war durch einen schwachen Quartalsbericht von Nestlé gebremst und gewann lediglich 0.4%.

Die US-Wirtschaft setzte laut dem Konjunkturbericht der Notenbank (Beige Book) ihren Wachstumskurs in moderatem Tempo fort und die Kernteuerung blieb noch unter 2%, was eine leichte Entspannung bei den Zinsen bewirkte. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen sanken in den USA von 2.10% auf 2.02% und in Deutschland von 0.62% auf 0.55%. Auch in der Schweiz kam es zu einem leichten Rückgang auf -0.22%.

Da die Indikatoren keine Argumente für einen Zinsanstieg in den USA lieferten, schwächte sich der USD/CHF leicht ab auf 95 Rappen. Auch der EUR/CHF gab etwas nach, nämlich von 1.095 auf 1.084. Der EUR/USD versuchte am Donnerstag einen Anstieg Richtung 1.15, kehrte aber am Freitag auf das Niveau von Anfang Woche bei 1.1380 zurück.

Der Goldpreis konnte eine Resistance bei USD 1‘160 knacken und über die Woche 3.5% auf USD 1‘182 die Unze zulegen. Bei USD 1190 verläuft aber eine stärkere Resistance-Linie, welche kaum in einem Zug genommen werden kann. Der Ölpreis drehte bei USD 52 pro Barrel Brent ab und sank auf USD 50 zurück. Die Lager in den USA haben sich nicht abgebaut, trotz reduzierter Förderung. Damit bleibt der Ölpreis in einem zweimonatigen Seitwärtsband.

Nestlé unter Erwartungen
Nach einem Auf und Ab parallel mit Konjunktursorgen schlossen die meisten Aktienindices die Woche mit einer positiven Note. Der DAX übersprang die 10‘000er Marke und auch der Dow Jones konnte über 17‘000er Punkten schliessen. In China haben sich die Börsen nach den Ferien (Golden Week) positiv und in ruhigen Bahnen nach oben entwickelt. Der Shanghai Composite Index hat sich mit 3391 Punkten klar vom psychologisch kritischen Support bei 3000 Punkten weg bewegt. Die Bodenbildung setzt sich fort, aber die Ampeln schalten erst ab einem DAX über 10‘500 Punkt auf grün. Die Berichtesaison war bisher gemischt mit Gewinnwarnungen bei Walmart in den USA und Leoni in Europa. Unilever lagen über den Erwartungen, aber Nestlé darunter. Die heute veröffentlichten Daten zu China sind etwas besser als erwartet. Das BIP wuchs im 3. Quartal 6.9%, leicht besser als die erwarteten 6.8%. Der Konsum war mit einem Plus von 10.9% über ein Jahr weiterhin rege. Dies dürfte die Börsen stützen. Am Donnerstag wird man auf den Kommentar der EZB achten, welche bisher mit Worten ebenfalls meist positive Kursreaktionen an den Börsen auslösen konnte. Der Grundton für das Jahresende wird nach den turbulenten Vormonaten konstruktiver.

Roche im Fokus
Diverse Strategen machen sich im laufenden Quartal für eine Sektorrotation stark, welche die übergewichteten sicheren Häfen, wie Pharma und andere nichtzyklische Titel, umschichtet in zyklische, bisherige Underperformer. Pharmawerte haben absolut und in den letzten Tagen auch relativ stark korrigiert, was wir nun doch als übertrieben erachten. Daher können wir diese Idee nicht unterstützen. Am ehesten kurzfristig bei Nestlé, welche vorerst konsolidieren dürften, aber Roche erachten wir als unterbewertet und kaufenswert. Der Donnerstag könnte mit dem Quartalsausweis neue Impulse geben. Gespannt wartet man auf den Mittwoch mit der Bekanntgabe der neuen Strategie bei Credit Suisse. Eine Kapitalerhöhung würde nicht mehr schocken, obwohl sie nicht zwingend nötig ist, aber die Stärkung der Kapitaldecke würde dem neuen CEO mehr Flexibilität zur Neuausrichtung geben und könnte sogar positiv aufgenommen werden. Vor der Ankündigung sollten aber nur nervenstarke Investoren kaufen. (IHAG/frp/mc/ps)

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