IHAG-Kommentar: Bisher gemischte Quartalsabschlüsse

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Ein starker Ölpreis, eine überlegene Hillary Clinton und mehrheitlich positive Unternehmensabschlüsse verhalfen den Börsen zu einem freundlichen Grundton. Der schwache EUR gab den Aktienmärkten in Europa Rückenwind, bremste aber in den USA. Der Euro Stoxx 50 sowie der DAX konnten über die Woche je 1.2% zulegen. Der S&P 500 schloss mit +0.2% kaum verändert. Dagegen gab der SMI 0.7% nach, weil Roche die Quartalszahlen knapp im Rahmen der Erwartungen, aber Nestlé darunter publizierte. Starke Q3-Zahlen konnten die US-Investment-Banken vorlegen, getragen vom Handel mit Festverzinslichen, Rohstoffen und Währungen. Dies half auch den gebeutelten europäischen Grossbanken sich zu fangen, obwohl wir hier weniger gute Quartalszahlen erwarten.

Die EZB liess am Donnerstag wie erwartet die Zinsen unverändert. Auch zum Bondkaufprogramm von monatlich EUR 80 Mrd. gab es nichts Neues. Es soll bis Ende März 2017 oder, falls nötig, weitergeführt werden, bis das Inflationsziel erreicht sei. Am Dezember-Meeting will die EZB das QE-Programm wieder debatieren. Mario Draghi erwähnte auch, dass die Konjunktur in Europa sich nur moderat entwickeln werde.

Somit fiel die Spekulation im Vorfeld auf ein Ende der Geldschwemme in Europa in sich zusammen. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen brachen ihren Aufschwung ab und sanken in Deutschland von 0.06% wieder gegen die Null-Grenze. Auch in den USA konnte ein ähnlicher Rückgang von 1.80% auf 1.73% beobachtet werden. In der Schweiz gab es kaum Bewegung und die Renditen verharrten bei -0.49%.

Euro nach Draghi-Rede unter Druck
EUR/USD sank v.a. nach der Rede von Mario Draghi weiter und musste die psychologisch wichtige Marke bei 1.09 preisgeben. Der USD/CHF kletterte weiter und ist nun mit 99.50 Rappen bei einer Resistance, welche Ende Mai sowie Ende Juli gebildet wurde. Es wird nun spannend, ob diese gegen oben geknackt werden kann. Sonst würde der Seitwärtskanal zwischen 99.50 auf 95.50 weiterhin Geltung haben. Der EUR/CHF neigt ebenfalls zur Schwäche, konnte aber noch über 1.08 gehalten werden.

Der Goldpreis scheint nach der überraschenden Korrektur anfangs Oktober bei USD 1250 pro Unze Boden gefunden zu haben und setzt nun zu einer Erholung an. Allerdings wird diese etwas gebremst durch den erstarkten USD. Über die Woche ergab sich ein Anstieg von 1% auf USD 1266 pro Unze. Der Ölpreis nahm am Mittwoch mit unerwartet tiefen US-Lagerbeständen einen Anlauf bis auf USD 53 pro Fass Brent, dem höchsten Stand seit 15 Monaten, um danach aber wieder auf den Ausgangspunkt bei USD 51.60 zurückzufallen, teils aufgrund des erstarkten USD. Hier bildet sich seit anfangs Oktober ein Support, welcher halten sollte, sonst droht USD 50 und dann USD 48. Aus mittelfristiger Optik bleibt charttechnisch der seit Januar bestehende Uptrend weiterhin intakt.

Mario Draghi erwähnte noch, dass die Konjunktur in Europa sich nur moderat entwickeln werde. China publizierte für das 3. Quartal ein GDP-Wachstum von 6.7%, was punktgenau den Erwartungen entsprach. Beide Meldungen wurden eher neutral aufgenommen.

Auf politischer Ebene brachte das Treffen Putins in Berlin mit Merkel, Hollande und Poroschenko nicht viel. Aber immerhin redete man miteinander und ein neuer Fahrplan in der Ukraine-Krise wurde in Aussicht gestellt. In der Syrienfrage wurde zuerst ein harter Kurs gegen Putin gefahren, aber zuletzt konnten sich die Regierungschefs am EU-Gipfel nicht auf neue Sanktionsdrohungen gegen Russland einigen.

Kühne+Nagel und Nestlé im Fokus
Nach der Korrektur erscheinen Kühne+Nagel sowie Nestlé zunehmend kaufenswert. Beide Firmen sind globale Marktleader, haben ein erprobtes Geschäftsmodell, generieren Cash und zahlen konstant eine hohe Dividende. Momentuminvestoren können bei Swiss Re auf den fahrenden Zug aufspringen und bis in den Frühling von der starken Dividendenfantasie profitieren. (IHAG/frp/mc/ps)

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