IHAG-Kommentar: Börsen hangeln sich nach oben

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Lage an den Aktienmärkten blieb auch in der letzten Woche erfreulich. Angeführt von den US-Märkten kletterten die Indizes höher. Der S&P500 stieg im Wochenvergleich um 1.4%, nachdem J. Yellen an der Fed-Sitzung eine weiterhin grosszügige Geldpolitik versprach. In Europa gewann der Dax 0.8%, schloss jedoch mit 9‘987 Punkten knapp unter der Marke von 10‘000. Der SMI gewann 0.6%. Im Index stachen die Aktien von Actelion heraus, die um fast 25% in die Höhe schnellten.

Auf der Zinsseite kam es nur zu geringfügigen Bewegungen und die Renditen für Staatsanleihen blieben weitgehend stabil. Dies obwohl die Inflation beispielsweise in den USA auf 2.1% gestiegen ist. Wir denken, dass das Chancen-Risikoverhältnis für US-Staatsanleihen mit einer aktuellen Rendite von 2.62% schlecht ist.

Nachdem der USD gegenüber dem CHF an der Marke von 90 Rappen kratzte, kam es nach der Fed-Sitzung wieder zu einem Rücksetzer. Über die Woche verlor der USD gegenüber dem CHF 0.4%. Der EUR/USD notiert bei 1.36 (+0.35%).

Ölpreis bleibt Thema Nummer 1
Bei den Rohstoffen bleibt sicherlich der Ölpreis Thema Nummer 1. Die Kämpfe im Irak setzten sich fort und es resultierte ein Preisanstieg von 2.6%. Rein fundamental betrachtet ist dadurch die Versorgungslage aber nicht gefährdet. Erstens sind die wichtigen Ölfelder im Süden des Iraks, zweitens könnte Saudi-Arabien mit bis 1 Mio. bbl pro Tag in die Lücke springen und drittens sind die Lager gut gefüllt. Daneben spielt aber auch der psychologische Effekt eine Rolle, welcher kurzfristig zu weiteren Preisanstiegen führen könnte.

Gold profitierte ebenfalls von den Äusserung Yellens und schaffte den Sprung über USD 1‘300 pro Unze (Wochengewinn: 3.2%). Wir denken nach wie vor nicht, dass Gold einen nachhaltigen Aufwärtstrend einschlagen kann. Die physische Nachfrage bleibt der Knackpunkt. Gemäss der China Gold Association dürfte die Nachfrage nach Gold in China in 2014 nur marginal steigen und im anderen wichtigen Markt Indien kaufen die Leute wieder Aktien, weil ein Bullenmarkt herrscht.

Erholungsschritte dies- und jenseits des Atlantiks
Die wirtschaftliche Lage bleibt in den meisten Regionen aussichtsreich. In den USA ist nach dem schlechten Jahresstart eine Aufholbewegung im Gange und Europa verbessert sich in kleinen Schritten. In China pendelt das BIP-Wachstum um 7% und generiert so eine beachtliche Nachfrage für westliche Produkte. Am Montagmorgen wurde bekannt, dass der HSBC Einkaufsmanager-Index der Industrie gemäss vorläufigen Berechnungen im Juni von 49.4 auf 50.8 gestiegen ist, was den Wachstumstrend in China untermauert. Gleichzeitig dürfte die Geldpolitik in den meisten wichtigen Ländern der Welt bis auf weiteres grosszügig bleiben.

In diesem Umfeld klettern die Aktien in kleinen Schritten immer mehr nach oben. Unterstützt wird die Bewegung von M&A-Aktivitäten. Unternehmen sichern sich so neues Wachstum oder neue Absatzmärkte. Bei den US-Unternehmen geht es aber auch um steuerliche Aspekte. Übernehmen sie eine europäische Gesellschaft gelangen sie kostengünstig an den Ausland-Cash, den sie in der Folge beispielsweise für Aktienrückkäufe einsetzen können.

Bestehende Positionen mit Stopps absichern
Zusammenfassend kann sicherlich gesagt werden, dass die Ampeln für die Börsen auf grün stehen bleiben. Zur Vorsicht mahnt jedoch die am VIX gemessene sehr tiefe Volatilität. Zusammen mit den hohen Börsenkursen braucht es nicht viel für eine Korrektur. Wann oder ob überhaupt eine solche eintreten wird, bleibt aber schwierig zu prognostizieren. Wir empfehlen den Investoren daher dabei zu bleiben und bestehende Positionen mit Stopps abzusichern. (IHAG/wum/mc/ps)

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