IHAG Kommentar: Börsen klettern weiter, Stimmung positiv, aber noch nicht euphorisch

IHAG Kommentar: Börsen klettern weiter, Stimmung positiv, aber noch nicht euphorisch

Zürich – Nach dem starken Anstieg von über 8%, erfolgte im SMI bis am Mittwoch eine milde Korrektur von 1%. Zu richtigen Abgaben kam es aber nicht und dank dem 5%-igen Kursfeuerwerk bei Novartis merzte der SMI den Rückgang am Donnerstag bereits wieder aus. Die Stimmung blieb positiv, unterstützt durch meist gute Unternehmensdaten aus den USA. Am Freitag trieb der gute deutsche Ifo-Index mit den steigenden Erwartungen die Börsen nochmals nach oben. Der S&P 500 kletterte über die Woche weitere 1.1% und schloss über 1500 Punkte. Der SMI gewann 1.2%, der Euro Stoxx 50 1.3% und der DAX sogar 2%.

Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen der stabilen Länder bewegten sich zuerst seitwärts, stiegen dann aber am Freitag ein paar Basispunkte an. Portugal gelang es, über ein Bankensyndikat, eine frühere fünfjährige Staatsanleihe um EUR 2.5 Mrd. aufzustocken. Geboten wurde von meist ausländischen Anlegern sogar für EUR 12 Mrd.

Bei den Währungen konsolidiert der EUR/USD mehrere Tage bei 1.33, erstarkte aber am Freitag auf 1.345. Beim EUR/CHF war der überraschende Sprung über die Marke von 1.25 der Vorwoche nicht nachhaltig und der Kurs pendelte sich vorerst darunter ein. Parallel dazu der CHF/USD, wo die Konsolidierung bei 0.93 stattfindet. Eine weitere Frankenabschwächung ist somit vorerst zum Stillstand gekommen und es wird sich zeigen, ob sich nun das höheres Niveau halten kann.

Gold: Angriff über Resistance von 1700 USD vorerst gescheitert
Die Edelmetallkurse gaben am Donnerstag nach und Gold verlor über die Woche 1.4% auf USD 1662 die Unze. Der Angriff über die Resistance von USD 1700 scheiterte somit vorerst. Etwas geschwächt wurde das Gold wohl durch die Ankündigung erhöhter Importabgaben auf das Edelmetall in Indien. Der Ölpreis stieg ans obere Ende des Seitwärtskanales und schloss bei USD 113 pro Barrel Brent. Die Unruhen im Nahen Osten nehmen eher zu und diverse Politiker in Davos warnten vor dem Atomprogram im Iran.

Die Aktienmärkte sind weiterhin in einer starken Verfassung und die mancherorts erwünschte Korrektur nach dem verpassten Anstieg ist ausgeblieben. Der S&P 500 verzeichnet meist ein schwaches Opening, schliesst dann aber fast jeden Tag auf einem Mehrjahreshoch. Ausnahmen gibt es bei Aktien mit hohen Erwartungen, wie Apple, wo bereits ein geringer als erwartetes Wachstum zu massivem Kursrückgang führte. Dies wird aber als einzelner Event gesehen und vermag keine generelle Korrektur auszulösen.

Reporting Season in USA bisher eher positiv
Die Reporting Season ist in den USA  bisher eher positiv angelaufen, wo 67% der Gesellschaften über den Erwartungen berichteten. Die Unternehmen sind zwar vorsichtig beim Ausblick, aber sitzen meist auf viel Cash und haben die Effizienz verbessert. Die Bewertung der meisten Titel ist auf P/E-Basis fair und mit nun um ein Jahr verschobenem Blick aufs 2013 teils preiswert. In Kombination mit einer guten Dividendenrendite kommt man um solide Aktien als Investor nicht herum. Hier stehen auch Versicherungsaktien in Vordergrund, wo Zurich Insurance Group mit einer erwarteten Dividendenrendite 6.5% und Swiss Re mit 5.7% brillieren. Beide Aktien befinden sich in einem starken Aufwärtstrend und weisen auch bezüglich Preis/Buchwert noch Kurspotential auf. Ebenfalls in einem soliden Aufwärtstrend befindet sich Sulzer, welche zu Jahresbeginn keine nervösen Sprünge machte, aber gerade deshalb weiter empfohlen werden kann. Stabile Erträge aus dem Servicegeschäft gekoppelt mit einer globalen Präsenz und 40% Umsatzanteil in den Schwellenländern sind die fundamentalen Argumente.

Lösung der US-Schuldenfrage wieder einmal auf später verschoben
Das Abgeordnetenhaus hat die Schuldengrenze ausgesetzt, damit die USA zahlungsfähig bleiben. Somit wurde das Problem wieder einmal auf später verschoben. In Brüssel trafen sich die Finanzminister ohne die Märkte zu bewegen. Dafür versprühten Monti und Lagarde in Davos Zuversicht, dass sich die Wirtschaftsprobleme lösen lassen. Die Mehrheit der Speaker in Davos versuchte vorsichtigen Optimisumus auszubreiten. Insgesamt bleibt die Stimmung der Investoren positiv, ist aber noch nicht euphorisch. Wir würden daher bei Aktien investiert bleiben sowie bei solchen mit solidem Abschluss und Ausblick dazukaufen. (IHAG/frp/mc/ps).

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