IHAG Kommentar: Börsen mit Rebound

IHAG Kommentar: Börsen mit Rebound

Zürich – Die Börsen erlebten in der abgelaufenen Woche einen Rebound, allen voran die US-Märkte (S&P500: +3.7%, Nasdaq: +4%). In Europa gewannen der Dax und der SMI 1.3% bzw. 1.6%. Die Aktienmärkte profitierten unter anderem von der Senkung der Leitzinsen in China. Die Inflation fiel im Mai in China von 3.4% auf 3.0%. Gleichzeitig hat sich das Wachstum abgeschwächt, was Zinssenkungen rechtfertigen lässt.

Nach den hohen Verlusten der Vorwoche erholte sich der Euro gegenüber dem Dollar um 0.8%. Dazu beigetragen hat sicherlich der Verzicht der EZB auf eine Senkung der Leitzinsen, denn etliche Marktteilnehmer haben darauf spekuliert. Der EUR/CHF blieb über der Marke von 1.20. Am letzten Donnerstag wurde bekannt, dass sich die Währungsreserven der SNB im Mai gegenüber dem Vormonat um CHF 66.1 Mrd. erhöhten. Wie nicht anders zu erwarten war, musste die SNB im Mai stark im Devisenmarkt intervenieren, um die Kursuntergrenze zu verteidigen. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die 1.20 zum Euro Bestand haben werden.

Goldpreis schwächer – Ölpreis stabilisiert
Der Goldpreis ging schwächer aus der Woche. Erstens scheiterte der Kurs an wichtigen technischen Barrieren und zweitens wurden Hoffnungen auf eine neuerliche Runde „Quantitative Easing“ durch die US-Notenbank wieder zunichte gemacht. Der Ölpreis konnte sich nach dem Absturz in der letzten Woche stabilisieren. Nachdem Makroängste sehr auf den Preis gedrückt haben, sollte das weitere Preisrisiko gegen unten von hier aus begrenzt sein.

Veritable Korrektur an Aktienmärkten seit März 
Seit Mitte März haben die meisten Aktienmärkte eine veritable Korrektur durchgemacht. So verlor beispielsweise der Dax seit Mitte März mehr als 16% und tauchte kurz unter 6‘000 Punkte. Erwartungsgemäss verlor der S&P500 mit 10% etwas weniger. Bekanntlich verläuft die Euro-Krise in Wellen. Man ist mittlerweile wieder an einem Punkt angelangt, wo es Antworten von der Politik braucht, um den Investoren die Ängste zu nehmen. Indem man den spanischen Banken EUR 100 Mrd. Hilfsgelder zur Verfügung stellt, ist ein erster Schritt in diese Richtung gemacht. Weitere Schritte könnten anlässlich des EU-Gipfels vom 28./29. Juni und am anschliessenden EZB-Meeting vom 5. Juli gefällt werden. Bis dahin dürfte uns die Volatilität erhalten bleiben. Es ist aber gut möglich, dass die Börsen keine neuen Tiefst mehr generieren. Ob allerdings die Aktienmärkte so schnell wieder zu den alten Höchstständen aufschliessen können, bleibt abzuwarten. Immerhin hat sich die Wirtschaft in den letzten Wochen merklich abgekühlt, was zweifelsohne Spuren in der Erfolgsrechnung vieler Firmen hinterlassen dürfte. Dazu kommt die USD-Erstarkung, die für die internationalen US-Konzerne negative Folgen hat.

Kaufchancen
Wir sehen in diesem Umfeld trotzdem einige Kaufchancen. Zu nennen wären etwa die Aktien des Software-Herstellers SAP. Die Walldorfer haben fürs 2. Quartal einen guten Ausblick gegeben, womit die Korrektur um 16% seit Mitte März übertrieben erscheint. Interessant erscheint zudem BMW. Die Titel haben sich stark verbilligt und handeln mit einem P/E von tiefen 7x. Wir denken, dass die Absatzzahlen aufgrund der jungen Modellpalette robust bleiben werden. Angesichts der nur noch begrenzten zusätzlichen Abwärtsrisiken beim Ölpreis können Investitionen in Öl-Aktien ins Auge gefasst werden. Wir empfehlen in diesem Sektor beispielsweise Royal Dutch. Die Gesellschaft lieferte im 1. Quartal ein überzeugendes Zahlenset und hat viele interessante Projekte in der Pipeline. Zudem kommt der Aktionär in den Genuss einer Dividendenrendite von 5.5%. (IHAG/wum/mc/ps)

(Quelle: IHAG Privatbank)

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