IHAG-Kommentar: Börsen mit Seitwärtsentwicklung

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Aktienmärkte schlossen die letzte Woche mehrheitlich mit Gewinnen ab. In den USA gewann der S&P500 1.8% und der Nasdaq sogar 3.3%, nachdem am Freitag die drei Technologiewerte Microsoft (Wochengewinn: 15%), Google (+7.8%) und Amazon (+18.5%) von über den Erwartungen ausgefallenen Quartalsausweisen profitierten.

In Europa fielen die Gewinne etwas tiefer aus. Der Dax stieg 1.1% und der SMI 0.6%. In der Schweiz stachen die Titel von Actelion mit einem Plus von 10.3% über die Woche hervor, nachdem die Gesellschaft am Dienstag gute Quartalszahlen publizierte.

Der Euro hielt sich gegenüber dem USD gut und ging mit einem Plus von 0.8% ins Wochenende. Relative gute Daten aus Europa (z.B. der Ifo-Index am Freitag) bei bleichzeitig tendenziell eher schwächeren US-Daten unterstützten den Euro.

SNB kämpft gegen EUR/CHF-Parität
Der EUR/CHF konnte sich etwas vom Weg in Richtung Parität lösen. Die SNB versucht weiterhin den Franken zu schwächen. Einerseits mit Taten, indem der Kreis der nicht von den Negativzinsen betroffenen Konteninhabern schmaler gezogen wird. Andererseits griff die SNB anlässlich der GV am Freitag verbal ein und betonte nochmals klar, dass der Schweizer Franken überbewertet sei. Ob damit letztlich die Parität zum Euro verteidigt werden kann, muss abgewartet werden.

Der Goldpreis kam auch in der letzten Woche nicht in die Gänge. Es resultierte ein Minus von 2.2%. Die Nachfrage der Investoren bleibt moderat und in China macht sich eine Flaute breit. Wir rechnen mit einer Fortsetzung der Seitwärtsentwicklung. Der Ölpreis baute seine Gewinne in der letzten noch etwas aus. Die Stilllegung von Bohrtürmen und die tieferen Investitionen in den USA werden das Angebot früher oder später verringern. Gleichzeitig zeigt die Nachfrage einen leicht steigenden Trend. So wird beispielsweise in den USA wieder mehr Auto gefahren.

Richtungslose Märkte
Die Aktienmärkte zeigen nach wie vor keine klare Tendenz. In den USA nähert sich der S&P500 zwar den Höchstständen vom Februar. Es ist aber nicht klar, ob dieses Mal ein Ausbruch gelingt. Die Earnings Season ist bis jetzt gut verlaufen. Bis jetzt hat etwa ein Drittel der im S&P500 vertretenen Unternehmen die Zahlen auf den Tisch gelegt und 70% davon vermochten die Erwartungen zu übertreffen. Geht dieser Trend weiter könnte der US-Markt neue Höchst erklimmen. Ein Faktor der dagegen wirken könnte, ist die Zinspolitik. Investoren warten anlässlich des FOMC-Meetings diese Woche neue Erkenntnisse über eine mögliche Zinserhöhung. Angesichts der doch eher schwächeren Wirtschaftsdaten in diesem Jahr, dürfte die Fed erst in der zweiten Jahreshälfte eine erste Zinserhöhung durchführen. Gibt die Notenbank Signale in diese Richtung könnte der S&P500 gegen oben ausbrechen.

In Europa hat die Kraft im Dax nachgelassen. Der Deutsche Leitindex handelt etwa 5% unter dem Höchst vom 10. April. Um dem Markt neue Impulse zu verleihen müsste sich der Euro nochmals abschwächen oder die Unternehmen bringen gute Quartalszahlen. Morgen läutet Daimler die Earnings Season bei den Autoaktien ein. Die Zahlen dürften gut ausfallen, ein Risiko bleibt aber die künftige Entwicklung in China, wo gewisse Schwächezeichen und Preisdruck auszumachen sind. Wir raten den Investoren etwas Cash zu halten bei Neuinvestitionen zuerst die Quartalszahlen abzuwarten.

Nabors im Fokus
Ein Titel der uns gefällt ist Nabors aus den USA. Diese Ölfirma hat die Kosten proaktiv und rasch gesenkt und konnte fürs 1. Quartal die Erwartungen klar übertreffen. Zudem wurden Unternehmensteile verkauft, womit sich die Liquidität verbessert hat. Beim Ölpreis erachten wir die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Rückschlags als klein und würden folglich Ölaktien wie z.B. Nabors kaufen. (IHAG/wum/mc/ps)

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