IHAG-Kommentar: Börsen treten an Ort

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Börsen beendeten die letzte Woche mit einer Seitwärtsentwicklung. Sowohl der S&P500 als auch der Dax bewegten sich nur marginal. Weitere Kursverluste resultierten jedoch am technologielastigen Nasdaq mit -1.3%. Auf der anderen Seite zeigte der Schweizer Markt (SMI) ein erfreuliches Plus von 0.8%. Die grössten Kursgewinne waren bei Givaudan (2.5%), Swiss Re (2.4%) und Novartis (2.2%) zu finden.

Beim EUR/USD kam es zur bereits seit längerer Zeit erwarteten Bewegung gegen unten. An der EZB-Sitzung vom letzten Donnerstag deutete Draghi eine Zinssenkung an der nächsten Sitzung im Juni an. Über die Woche verlor die Einheitswährung gegenüber dem USD 0.8%. Da der EUR/CHF weitgehend stabil blieb, erstarkte der USD um 0.77%.

Staatsanleihen bleiben wegen ihres Safe Haven Status gesucht. Wir denken jedoch, dass sich das immer tiefere Zinsniveau angesichts der recht guten Wirtschaftsentwicklung immer wie weniger rechtfertigen lässt.

Der Ölpreis tendierte in der letzten Woche ohne grössere News seitwärts. Auch Gold kommt nicht vom Fleck. Die geopolitischen Risiken haben kurzfristig etwas abgenommen, nachdem Putin versprach, seine Truppen von der Grenze zur Ukraine abziehen zu wollen. Wir sehen kurz- bis mittelfristig wenig Trigger, die für einen höheren Goldpreis sprechen würden.

Börsenindizes im Seitwärtstrend gefangen
Treten an Ort lautet die Devise in den Aktienmärkten. Die meisten grösseren Börsenindizes sind im Seitwärtstrend gefangen. Auf der Sektorebene gibt es jedoch grössere Bewegungen. So fällt auf, dass seit längerer Zeit Wachstumsaktien einen schlechten Markt haben. Dazu gehören beispielsweise Biotech-Aktien aber auch die zuvor heissgelaufenen Socal Media-Aktien, wie Facebook, LinkedIn oder Groupon. Die Bewertungen und Erwartungen der Investoren haben sich hier als zu hoch erwiesen. Nicht wenige Firmen enttäuschten vor allem auch beim Ausblick. Im Zuge dessen hat der Nasdaq seit dem Höchst Ende Februar etwa 7% korrigiert. Ob sich beim Nasdaq bereits eine Bodenbildung abzeichnet, muss abgewartet werden. Saisonal spricht sicherlich die Periode von Frühling bis Sommer nicht für ein Engagement in Technologieaktien.

Auf deren anderen Seite haben beispielsweise Energie-Aktien einen guten Trend. Dazu gehören Ölservice-Unternehmen wie Halliburton oder Baker Hughes, aber auch Förderer wie Nabors oder Total und Eni in Europa. Angesichts fallender Bondrenditen steigt die Attraktivität der Ölfirmen mit ihren hohen Dividendenrenditen von 5% bis 6%. Dazu kommt, dass viele Investoren in diesem Sektor unterinvestiert waren und Value-Aktien gegenüber Growth-Aktien favorisiert werden. Wir denken, dass die Aufholbewegung in diesem Sektor noch nicht zu Ende ist und empfehlen Eni und Total zum Kauf.

Abwarten angezeigt
Was den Gesamtmarkt anbelangt, ist es nach wie vor schwierig einen Trigger für den Ausbruch nach oben zu finden. Die Risikoaversion vieler Investoren ist immer noch sehr hoch, was sich an den fallenden Bondrenditen zeigt. Auch Stimmungsindikatoren wie das von der American Association of Individual Investors erhobene Investorenvertrauen zeigt ein Bild mit nur noch wenig Bullen. So wenig wie wir zurzeit Trigger für höhere Kurse sehen, so wenig wahrscheinlich erscheint auch eine deutliche Korrektur nach unten. So bleibt dem Investor nichts anderes übrig als abzuwarten. Kaufen würden wir nur an schwachen Tagen und nur Aktien von soliden Gesellschaften, die bereits ihre Quartalszahlen ausgewiesen haben. (IHAG/wum/mc/ps

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