IHAG Kommentar: Bullenmarkt ohne Euphorie

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Zürich – Die meisten Aktienindizes sind in der letzten Woche ohne News in kleinen Schritten gestiegen. Am Freitag Nachmittag kam es zu einem kleinen Rücksetzer. Ins Feld geführt wurde die etwas geringer als erwartete Inflation in den USA, was kurz den Euro beflügelte und die europäischen Indizes belastete. Der EuroStoxx50 kletterte über die Woche 0.8% und der SMI 0.6%. Der DAX schoss am Freitag Nachmittag kurz über der psychologisch wichtigen Markte von 13‘000 Punkten, fiel aber danach kraftlos wieder darunter. Der S&P 500 konnte über die Woche 0.2% zulegen.

Die leicht schwächeren CPI-Zahlen in den USA drückten die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen in den USA wieder unter 2.30% auf 2.28%. Auch in Deutschland kam die Erholung bei den Zinsen ins Stocken und die Rendite im Bund sank über die Woche von 0.46% auf 0.40%. Auch in der Schweiz konnte ein leichter Rückgang beobachtet werden.

Der Euro erstarkte wieder und der EUR/USD kletterte von 1.17 auf 1.18. Beim USD/CHF erlahmte der Aufstieg und es kam zu einem leichten Kursrückgang auf 97.45 Rappen. EUR/CHF blieb über 1.15 und zeigt im Trend Richtung 1.16.

Die Unze Gold knackte die USD 1300er Marke und konnte über die Woche fast 2% zulegen auf USD 1304. Beim Öl hatte Saudi-Arabien eine Produktionskürzung für Oktober angekündigt. Zudem ist die Förderung im Golf von Mexiko wegen Stürmen gekappt. Der Ölpreis kletterte über die Woche 2.8% auf USD 57.2 pro Fass Brent.

In Spanien ist eine Eskalation (mögliche Verhaftung von Carles Puigdemont und bürgerkriegsähnliche Unruhen) um die Unabhängigkeit Kataloniens bisher ausgeblieben. Weitere Verhandlungen scheinen wahrscheinlicher, als die Konfrontation mit unbekannten Konsequenzen. Das Protokoll der letzten FED-Sitzung brachte auch keine neuen Erkenntnisse, ein weiterer Zinsschritt im Dezember scheint wahrscheinlich. Und so setzten die US-Börsen ihre Rekordjagd in kleinen, aber stetigen Schritten fort. Der S&P500 kletterte auf sein 46-stes All Time High im laufenden Jahr. Die sich verbessernden Konjunkturdaten sowie die steigenden Unternehmensgewinne sind die Treiber der Aktienhausse. Geopolitische Risiken rücken in den Hintergrund. Damit könnte der Bullenmarkt bei den Aktien weiter laufen, gespiesen von guten Quartalsabschlüssen und stetigem Zufluss.

Den Reigen der mit Spannung erwarteten Quartalszahlen eröffneten die US-Banken. Die zuvor reduzierten Erwartungen wurden weitgehend erfüllt, was allerdings nach den starken Avancen der letzten Wochen zu leichten Gewinnmitnahmen führte.

Bei den Einzelwerten scheint uns bei der spanischen Zara-Mutter Inditex nach einem Kursrückgang von über 15% seit Juni eine Erholung wahrscheinlich. Der Hauptsitz liegt in Galizien und die Deseskalation in Spanien sollte generell auch den spanischen Index IBEX wieder auf die Beine bringen, wo Inditex prominent vertreten ist. Die Bewertung bei Inditex ist wieder auf ein historisch vernünftiges Niveau zurückgekommen und der Zara-Konzern kann mit dem bewährten und agilen Businessmodell weiter wachsen, inklusive eigenen Internetshops.

Schweizer Small Caps sind nach der starken Performance generell hoch bewertet, so auch Bossard. Der Update nach 9 Monaten mit der starken Wachstumsdynamik rechtfertig aber den steigenden Kurstrend. Der Konsens zeigt ein EPS-Wachstum 2017 von 32% und die +5% im EPS für 2018 dürften angesichts des global synchronen Wirtschaftswachstums sowie der starken Einkaufsmanager-Indices wohl zu konservativ sein. Wir sehen weiteres Kurspotential beim Verbindungstechniker Bossard. (IHAG/mc)

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