IHAG-Kommentar: Dank der EZB bleiben die Ampeln auf grün

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Aktienmärkte zeigten in der letzten Woche einen kräftigen Rebound. Die Impulse gingen dabei klar von der EZB aus, nachdem Herr Draghi am Donnerstag ankündigte, die Höhe des QE in Europa im Dezember zu überprüfen. Am meisten profitierte davon der Dax mit einem Wochenplus von fast 7%. Der Euro Stoxx gewann 5% und der SMI etwas mehr als 2%. Der Schweizer Markt wird immer noch durch die defensiven Schwergewichte aus dem Pharmasektor gebremst. Auch in den USA tendierte der S&P500 mit einem Plus von 2.1% freundlich.

Bei den Währungen profitierte der USD von den Äusserungen der EZB. Der EUR brach gegenüber dem USD um 3% ein und beendete die Woche bei 1.10. Auch der CHF litt etwas unter der neuen bevorstehenden Geldschwemme durch die EZB und musste die Marke von 1.08 preisgeben. Ein USD kostet nun wieder knapp 98 Rappen.

Die Renditen für langfristige Zinsen gingen nach dem ECB-Meeting in Europa wieder zurück. In den USA zogen die Zinsen hingegen leicht an. Ein grösserer Zinsanstieg erscheint aber angesichts des nur moderaten Wachstums wenig wahrscheinlich.

Der Ölpreis bewegte sich in der letzten Woche seitwärts. Die Lagerbestände sind in den USA immer noch ausserordentlich hoch und die rückläufige Anzahl der Bohrtürme hinterlässt noch keine Spuren im Preis. Wir bleiben aber bei unserer Ansicht, dass sich der Öl-Markt in einer Bodenbildung befindet. Der Goldpreis entwickelte sich in der letzten Woche rückläufig. Wir erwarten nach wie vor keine grösseren Impulse fürs Gold.

Positiv-Faktoren
Vor zwei Wochen haben wir gute Chancen für steigende Kurse an den Aktienmärkten gesehen und entsprechend den Investoren geraten einen Teil der Cash-Reserven zu investieren. Die Kursgewinne belaufen sich seit dann auf 3% für den SMI bis zu 7% für den DAX. Gründe für die Rally sind die Aussichten auf ein höheres QE der EZB, Zinssenkungen in China, aber auch gute Unternehmenszahlen aus den USA. Grosskapitalisierte Firmen wie Google oder Microsoft überzeugten mit besser als erwarteten Zahlen fürs abgelaufene Quartal. Der S&P500 steht damit seit dem Jahresbeginn wieder im Plus und der Nasdaq steht sogar 6.3% höher als Ende 2014.

Wir sind der Ansicht, dass die gute Stimmung an den Börsen anhalten wird, auch wenn es nach den starken Zuwächsen in der letzten Woche kurzfristig zu Gewinnmitnahmen kommen dürfte. Das höchste Potential für zusätzliche Kurssteigerungen dürfte sich in Europa ergeben. Die Erwartung eines höheren QE wird den EUR gegenüber dem USD wieder in Richtung der Tiefststände vom Frühling drücken, was den exportorientierten Firmen helfen wird. In den USA dürfte der S&P500 dagegen kaum aus dem bereits seit einem Jahr anhaltenden Seitwärtsband ausbrechen können.

BASF und SAP im Fokus
Entsprechend empfehlen wir den Investoren bei Kursrückschlägen exportorientierte Aktien aus Europa zu kaufen. Interessant sind dabei beispielsweise BASF, aber auch Autowerte wie Continental. Vielversprechend erscheint uns daneben Voestalpine, der Stahlwert aus Linz. Die Aktie handelt immer noch etwa 20% unter dem Stand vom Juni und hat dank der neuen Fabrik in den USA Wachstumspotential. Gut unterwegs ist auch SAP. Die Walldorfer präsentierten hervorragende Zahlen im zukunftsträchtigen Cloud-Business und dürften den Schritt zu einem ernstzunehmenden Player bei Software as a Service (SaaS) geschafft haben. Mit der neuen Applikation HANA hat SAP zudem gute Möglichkeiten bei Big Data zu punkten, also wenn es darum geht bei Unternehmen riesige Datenmengen zu verarbeiten. (IHAG/wum/mc/ps)

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