IHAG-Kommentar: Die Stimmung hellt sich auf

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Börsen starteten schwach in die Woche, mit einem Minus am letzten Tag im Februar, konnten sich aber ab März wieder hocharbeiten. Die ausverkauften Banken und Rohstoffwerte erlebten einen Rebound, was dem Euro STOXX 50 zu einem Wochenplus von 3.7% verhalf. Auch die USA waren gut unterwegs mit einem Wochenplus von 2.7% im S&P 500, aber auch die gebeutelten Small Caps konnten sich fangen, was im Wochenplus beim Russell 2000 von über 4% ersichtlich ist.

Der SMI kommt dagegen ins Hintertreffen, wo der Dividendenabgang von Roche (3%) nicht aufgeholt werden konnte und auch Nestlé trotz einem Analysten-Dinner nicht vom Fleck kam. Der SMI cum Dividende machte lediglich 1.9% gut.

Waren Bonds trotz tiefer Zinsen bisher ein Zufluchtsort, so kam es nun zu Abgaben und die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen stiegen in den USA 13 Basispunkte auf 1.88%. Der gute Arbeitsmarktbericht bewirkte am Freitag nochmals einen Anstieg um eine paar Basispunkte. Auch in Deutschland lösten sich die Renditen vom Jahrestiefst bei gerade noch 0.15% und kletterten auf 0.24%. In der Schweiz wurden anfangs Woche die zehnjährigen Eidgenossen zu Rekordtiefzinsen -0.44% gehandelt, mit einer leichten Erholung um ein paar Basispunkte im Wochenverlauf.

Beim EUR/USD fand die Abschwächung bei 1.0825 Boden und es kam zu einer Gegenbewegung bis knapp unter 1.10. Ein Teil der erwarteten Aktionen der EZB zur weiteren Lockerung könnte nun vorweggenommen sein. Der USD/CHF bewegte sich innerhalb eines Rappens und schloss bei 0.99 etwas leichter. Der EUR/CHF wurde oberhalb von 1.0820 stabilisiert und zog dann wieder Richtung 1.0940.

Gold bleibt gesucht
Trotz der Aufhellung an den Börsen blieb Gold gesucht und kletterte über die Woche nochmals 4% auf USD 1272 die Unze. Auch der Ölpreis erholte sich ohne grosse Tagesschwankungen von USD 35 weiter auf USD 38 pro Barrel Brent, auf das Niveau des Jahresbeginns. Generell scheinen die Basismetalle (Kuper, Eisenerz) sich wieder zu erholen.

Der Volkskongress in China hat den nächsten Fünfjahresplan verabschiedet, wonach das BIP mindestens 6.5% pro Jahr wachsen soll. Die Eckpunkte waren schon bekannt; Ausbau der Dienstleitungen wie Gesundheitssektor, Förderung eines grünen Wachstums, Stärkung innovativer Branchen, Zurückfahren der Kohle- und Stahlindustrie.

Die Rezessionsängste aus dem Preiszerfall vieler Rohstoffe, der Wachstumsverlangsamung in China sowie der schwächelnden US-Wirtschaft haben sich wieder etwas gelegt. Die Börsen sind nach zwei schlechten Monaten im März gut gestartet, wohl auch getragen von einem etwas besseren Einkaufsmanager-Index für die Industrie aus den USA und steigenden Ölnotierungen. Diverse Indices konnten wichtige Widerstände nehmen und die bisher parallel steigenden Bonds gaben erstmals etwas nach. Das Recovery-Rally könnte nochmals Fahrt aufnehmen. Viele Marktteilnehmer bleiben aber skeptisch, ob es sich lediglich um ein Bärenmarkt-Rally handelt. Das EZB-Meeting mit Draghis Rede wird am 10. März neue Impulse geben. Eine Senkung des Einlagezinses der Banken bei der EZB (bisher -0.30%) wird schon erwartet und dürfte an den Börsen verpuffen, mit möglichen Gewinnmitnahmen. Wir würden nun etwas vorsichtiger agieren. Die Kurserholung ist in den USA bereits weiter fortgeschritten als in Europa und eine kurzfristige Konsolidierung wäre gesund.

Allianz und Georg Fischer im Fokus
Aufholpotential sehen wir bei Allianz. Die Versicherung ist top solide, günstig bewertet und hat massiv korrigiert (siehe auch Bericht im Marketwatch vor einer Woche). Hier sollten sich Zukäufe auszahlen. Bei den Industriewerten sind die Abschlüsse gemischt. Gut in Szene setzen kann sich Georg Fischer, mit steigenden Margen dank globaler Präsenz und gut laufenden Sektoren auch in China. Der Titel ist zwar gut gelaufen, bleibt aber günstig bewertet und wir haben das Kursziel auf CHF 750 angehoben. (IHAG/frp/mc/ps)

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