IHAG-Kommentar: Erster Rücksetzer – Nervosität vor nächstem FOMC-Meeting

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Nach wochenlangen Kursgewinnen an den Börsen setzten in der letzten Woche Gewinnmitnahmen ein. So verloren der Dax und der SMI jeweils etwa 2.5%. In der Schweiz zählten die Aktien von Richemont (Wochenverlust: -5.5%), Givaudan (-5.4%) und Adecco (-4.7%) zu den grössten Verlierern. Beim Dax gehörten ThyssenKrupp (-9.3%), Lanxess (-5.4%) und RWE (-4.8%) zu den Schlusslichtern. Dank einem starken Freitag bewegte sich der S&P500 über die Woche hinweg seitwärts.

Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen tendierten in der letzten Woche durchwegs höher. Unterstützt wurde dieser Trend durch einen robusten Arbeitsmarktbericht aus den USA. Davon konnte hingegen der Dollar nicht profitieren, womit der EUR/USD weiter nach oben kletterte und bald wieder beim Höchst vom Oktober bei 1.38 steht. Der Schweizer Franken wurde wieder mehr gesucht und steht nun gegenüber dem Euro mit 1.22 so tief wie seit dem Mai nicht mehr. Die Daten zeigten einen praktisch unveränderten Stand bei den Devisenreserven von CHF 435.7 Mrd. im November. Ungefähr die Hälfte davon ist in Euro investiert.

Goldpreis schwächelt weiter
Bei den Rohstoffen schwächelt der Goldpreis weiter und nähert sich langsam aber sicher dem Tiefst bei USD 1‘200 pro Unze. Hält dieser Level nicht, drohen weitere Kursverluste. Es spricht nicht fürs Gold, dass selbst in der aktuell saisonal starken Periode die Nachfrage nicht anzieht. Bei den ETP’s summierten sich die Abflüsse im November auf 40 Tonnen und 6 Tonnen im Dezember. In Indien wird vermehrt Altgold wiederverwertet. Im Ölmarkt beschloss die OPEC an ihrer bisherigen Förderquote von 30 Mio. bbl/Tag festzuhalten. Einige Länder hegen jedoch die Absicht mehr fördern zu wollen. Dazu gehört beispielsweise der Iran, der seine Ölförderung von derzeit 2.8 Mio. bbl/Tag auf 4.0 Mio. bbl/Tag bis Ende 2014 erhöhen möchte. Zurzeit ist die Angebots- und Nachfragesituation am Ölmarkt aber ausgewogen, was für eine Fortsetzung des Seitwärtstrends spricht.

Nervosität an Aktienmärkten könnte zunehmen
Der in der letzten Woche aufgetretene Rücksetzer an den Börsen darf angesichts der sehr guten Performancezahlen der letzten Monate nicht überraschen. Die jüngsten Wirtschaftsdaten bestätigen sicherlich die solide Lage in den USA und den in Gang gekommenen Rebound in Europa. Auch China sieht mit den guten Exportzahlen vom November wieder etwas besser aus. Besonders wichtig für die Börsenentwicklung ist die Geldpolitik. In den USA sind nach dem recht starken Arbeitsmarktbericht vom Freitag Ängste aufgekommen, die Notenbank könne bereits an ihrer nächsten Sitzung vom 17./18. Dezember mit einem Tapering beginnen. Wir denken zwar nicht, dass dies der Fall sein wird, die Nervosität an den Aktienmärkten könnte aber trotzdem zunehmen.

Valero und Whole Foods Market im Fokus
Bei den Einzeltiteln gefallen uns die Aktien der Raffinerie Valero. Die Gesellschaft profitiert vom günstigeren US-Öl und kann exportieren. Saisonal liegen die Valero-Aktien meist über die Jahreswende bis in den Januar/Februar hinein im Trend. Mit einem Preis/Buchwert-Verhältnis von 1.4x sind die Titel immer noch relativ günstig bewertet. Interessant erscheinen uns auch die Aktien von Whole Foods Market (WFM). Nachdem das Management die Erwartungen leicht reduzierte, korrigierte die Aktie um etwa 13%. Wir denken, dass sich hier eine gute Einstiegsgelegenheit eröffnet, denn der Trend zu einer gesünderen Ernährungsweise hält an. (IHAG/wum/mc/ps)

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