IHAG-Kommentar: Neue Runde im Handelskrieg, weiterhin vorsichtig agieren

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Zürich – Die Börsen konnten in der letzten Woche ihre zaghafte Erholung fortsetzen. Mit ein Grund war sicherlich der tiefere USD, der den Emerging Markets zu einem Rebound verhalf. In den USA gewann der S&P500 0.9%. Der Nasdaq fiel allerdings leicht um 0.3%, weil die FANG-Aktien schwächelten.

In Europa verbuchte der Stoxx 50 ein Wochenplus von 1.2% und der Dax kletterte bis auf 12‘430 Punkte, was einem Gewinn von 2.5% gleichkommt. Die Commerzbank verabschiedete sich als Wochengewinner aus dem Dax und wird ab heute Montag durch Wirecard ersetzt. Weitere Top-Performaer waren ThyssenKrupp und die Deutsche Bank.

Der SMI verbesserte sich nur marginal um 0.3%. Auch in der Schweiz zählten die Banken zu den Wochengewinnern. Julius Bär, die Credit Suisse und die UBS stiegen über die Woche jeweils mehr als 5%.

Bei den Währungen gewann der EUR/USD knapp 1%. Ein spezifischer Grund dafür konnte nicht ausgemacht werden. Die US-Wirtschaftsdaten fielen jedenfalls wie gewohnt robust aus. Der EUR/CHF bewegte sich seitwärts und ein USD kostete per Wochenschluss wieder 96 Rappen.

Zinsen ziehen an
Da die Investoren wieder auf Risk-On drehten, zogen die Zinsen an. In den USA kletterte die Rendite für zehnjährigen Staatsanleihen erstmals seit dem Mai wieder über die viel beachtete Marke von 3.0%. Die deutschen Zinsen zogen bis am Mittwoch an, um danach aber wieder in Richtung 0.45% zurückzufallen. Mit ein Grund dafür war der schwache Einkaufsmanager-Index der Industrie vom September. In der Schweiz überquerte der Zehnjährige die Null-Linie und schloss bei 0.01%.

Der Ölpreis hielt sich auch in der vergangenen Woche knapp unter der Marke von USD 80/bbl Brent. Bei den Industriemetallen setzte sich vor allem das Kupfer positiv in Szene. Das durch die Ängste um einen Handelskrieg stark gebeutelte Metall schaffte in der letzten Woche mit +7.8% den grössten Wochengewinn seit dem November 2016. Mittelfristig bleibt Kupfer interessant, da der Markt bald in ein Defizit rutschen dürfte. Kurzfristig könnten die Gewinne aber wieder verpuffen und die Volatilität wird hoch bleiben.

Wie erwartet geht der Handelskonflikt USA gegen China in eine neue Runde. Heute verhängen die USA Zölle von 10% auf zusätzliche USD 200 Mrd. China-Importe. Falls China nicht einlenkt, wird dieser Satz zu Jahresbeginn 2019 auf 25% angehoben. Offenbar denken die Chinesen nicht ans Einlenken, sondern verhängen ihrerseits neue Zölle auf Amerikanische Exporte. Damit ist eine schnelle Lösung dieses Konflikts in weite Ferne gerückt und dürfte immer etwas auf den Börsen lasten. Für die Konjunktur sehen wir daraus allerdings noch keine grösseren Auswirkungen. Insbesondere dürften die Zölle kaum zu einer höheren Inflation in den USA führen. Erstens hat China den Yuan abschwächen lassen und zweitens müssen wohl die chinesischen Exporteure Preiszugeständnisse machen, wollen sie doch im US-Markt konkurrenzfähig bleiben. Weiter kann man bereits jetzt beobachten, dass Firmen ihre Wertschöpfungsketten neu planen mit dem Ziel die Abhängigkeit von China zu verringern.

Ölsektor im Fokus
Insgesamt bleiben wir für vorsichtig für die weitere Börsenentwicklung. Nach dem Rebound in der letzten Woche besteht die Gefahr, dass die Ernüchterung zurückkehrt und die Börsen wieder korrigieren. Wir würden deshalb nur selektiv investieren. Interessant finden wir in diesem Zusammenhang den Ölsektor. Aufgrund Produktionsproblemen in diversen Ländern dürfte der Ölpreis auch in den nächsten Monaten sein hohes Niveau halten können. In Europa gefällt uns beispielsweise Total, die eine Dividendenrendite von 4.5% aufweist. In den USA ist Hess interessant. Die Aktie schaffte in der letzten Woche den Ausbruch über USD 70. Spekulative Investoren können ein Blick auf Noble (Ticker: NE) werfen. Dieser Offshore-Driller kaufte in der letzten Woche einen neuen Bohrturm, der sofort Umsatz bringen wird. Nach Jahren der Flaute sind sich die Tiefseebohrungen mit dem höheren Ölpreis am erholen. (IHAG/wum/mc/ps)

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