IHAG-Kommentar: Risiken kehren zurück – Börsen machen eine Pause

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Hausse an den Aktienmärkten ist ins Stocken gekommen. So verloren der Euro Stoxx 50 und der Dax über die Woche 1.3% bzw. 1.0%. Erstmals seit neun Wochen verbuchte auch der Nikkei ein Verlust von 1.3%. Einen gegenläufigen Trend zeigte der SMI mit einem Wochenplus von 0.5%. Möglich war dies dank den Schwergewichten Novartis (+2% über die Woche), Nestlé (+1.1%) und Roche (1.0%).

In den USA entwickelte sich der S&P500 seitwärts und der Nasdaq stieg um 0.5%. Die US-Börsen handelten anfangs auch schwächer, hatten aber am Donnerstag einen starken Tag, nachdem das Repräsentantenhaus die Steuerreform der Trump-Administration verabschiedete.

Bei den Währungen erhöhte sich der EUR/USD überraschend um 1.0% und überquerte im Wochenverlauf sogar die Marke von 1.18. Auch gegen den CHF war der EUR etwas stärker und es resultierte ein Plus von 0.4%. Ein USD kostete zum Wochenschluss 99 Rappen.

Der Ölpreis verlor bis am Donnerstag an Terrain. Am Freitag setzte indes ein Rebound ein, weil sich Saudi-Arabien für eine Verlängerung der Produktionskürzungen der Opec anlässlich des nächsten Meetings am 30. November stark machte. Wiederholt sich damit die Geschichte wie vor einem Jahr als die Ölfirmen zu einem verfrühten Weihnachtsgeschenk kamen? Gold profitierte am Freitag von einem schwächeren USD und konnte ein Wochengewinn von 1.5% verbuchen.

Erste Risse in der Hausse
Es zeigen sich erste Risse in der Hausse für Wertpapiere. So hat beispielsweise der Euro Stoxx 50 seit Ende Oktober um mehr als 4% korrigiert und steht jetzt an einem entscheidenden Punkt. Der Dax hat etwas weniger verloren, ist aber unter die psychologisch wichtige Marke von 13‘000 Punkten gefallen. In China fallen die Preise für Staatsanleihen, was steigende Zinsen bedeutet. Am letzten Dienstag erreichten die Renditen für zehnjährige chinesische Staatsanleihen die Marke von 4%, was dem höchsten Stand seit drei Jahren gleichkommt. Dieser Ausverkauf geht einher mit einer Korrektur in den Emerging Markets Bonds und den High Yields in den USA, wo die Investoren in der Woche bis zum 15. November Mittel in Höhe von USD 6.7 Mrd. abzogen. Die Nervosität an diesen Märkten dürfte bis zur Fed-Sitzung am 13. Dezember noch zunehmen.

Heute Morgen wurde bekannt, dass in Deutschland die Koalitionsverhandlungen gescheitert sind. Im schlimmsten Fall drohen Neuwahlen. Diese Unsicherheit ist schlecht für die Eurozone und dürfte entsprechend Druck auf den EUR/USD ausüben.

Die US-Börsen sind bis jetzt von dieser Korrektur verschont geblieben. Ein Grund dafür ist sicherlich die Aussicht auf eine Steuerreform, die der Börse helfen würde. Auf der anderen Seite ist der Transport-Index bereits am korrigieren und im Markt ist ersichtlich, dass eher wieder defensivere Werte gesucht werden.

Defensive Sektoren im Fokus
Die vergangenen zwei Wochen haben gezeigt, dass die Risiken nicht vom Tisch sind und es schnell zu Kurskorrekturen kommen kann. Wir würden deshalb vorsichtig agieren und entsprechend Cash-Reserven bereithalten. Neuengagements sind eher in defensiven Sektoren zu tätigen. Dazu gehören in den USA Kellogg (K) und Kroger (KR). Kellogg hatte lange Zeit Mühe, aber das Resultat vom letzten Quartal zeigte einige Lichtblicke. Die Aktie wurde lange Zeit verschmäht und ist jetzt mit einem P/E von 16.2x relativ billig. Gleichzeitig ist das Short-Interesse mit 10.2% vom Float hoch. Dasselbe gilt für den Supermarkt Kroger. Nach den guten Wal-Mart Zahlen könnte es sein, dass der Markt Supermärkte wieder als interessant einstuft. Davon könnte auch Kroger profitieren, deren Aktienkurs sich seit dem Jahresbeginn um einen Drittel verbilligt hat. (IHAG/wum/mc/ps)

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