IHAG-Kommentar: Start in die Halbjahresberichtssaison mit positiven und negativen Überraschungen

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Zürich – Die Börsen profitierten in der vergangenen Woche zuerst von einem leicht positiven Unterton. Dies trotz der Tatsache, dass Halbjahresberichte einiger Unternehmen arg enttäuschten. Gegen Wochenschluss rückten aber die politischen Einflussfaktoren (Russland/Putin, Handelskonflikte, Währungen) wieder in den Vordergrund und drückten die Indizes wieder in die Nähe des Vorwochenschluss.

Der S&P500 notierte im Wochenvergleich unverändert. Belastende Aussagen von Trump mit Bezug auf den Handelskrieg und den Euro reduzierten beim Dax, unter Führung der Autotitel, den Wochengewinn auf minime 0.2%. Der DJ Stoxx50 avancierte mit 0.3% nur unwesentlich stärker. Die defensive Struktur des Schweizer Marktes zahlte sich aus, erhöhte sich der Index in der gleichen Periode doch um 1.5%.

Frankenkurs legt zu
Die aufkeimende Unsicherheit stärkte den Schweizerfranken. Dieser avancierte auf Wochenbasis sowohl gegenüber dem USD (0.8%) als auch im Vergleich zum EUR (0.5%). Interessant ist die Konstellation beim USD/JPY, wo mit weiteren Avancen des USD gerechnet wird, wenn das Niveau um USD/JPY 111 halten sollte.

Wenig verändert notierten über die Woche die Zinspapiere. In den USA pendelte die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen zwischen 2.8% und 2.9% (Schluss 2.89%). Der gleich lang laufende Eidgenosse rentiert mit -0.05% (Vorwoche -0.06%) weiterhin im negativen Bereich. Die Rendite des Bunds lag im Vergleich zur Vorwoche bei unveränderten 0.31%. Sogar in der 10-jährigen Anleihe Italiens fand wenig Bewegung statt, die Rendite liegt da bei 2.58% p.a.

Rohstoffe tendierten in der Berichtswoche weiter schwach. Die Bekräftigung Trumps, weitere Schritte im Handelsstreit mit China vorzubereiten, brachten den Ölpreis wieder ins Rutschen. Dieser verlor im Wochenvergleich 3.3%. Aber auch Metalle wurden in der Mehrheit tiefer gehandelt. Gold konnte vom Säbelrasseln ebenfalls nicht profitieren und lag 1.1% tiefer als bei Wochenstart.

Novartis und ABB überzeugen mit Zahlen
Halbjahresberichte führten in der Schweiz zu grossen Ausschlägen. Die lange Zeit vernachlässigten Novartis und ABB überzeugten mit Ihren Abschlüssen. Auch die Uhrenwerte (u.a. Richemont) wurden durch die guten Exportzahlen und den überraschend publizierten positiven Resultaten von Swatch angetrieben. Herbe zweistellige Kursverluste mussten hingegen Dormakaba, Meyer Burger oder auch Bobst wegen entäuschender Berichte in Kauf nehmen. In Deutschland sorgte erstmals seit langer Zeit die Deutsche Bank für positive Schlagzeilen. In den USA standen die Titel der Detailhändler Ralph Lauren, Kohls und Macy’s in der Gunst der Investoren. Das abflauende Wachstum bei Ebay überraschte negativ und belastete.

Die kommende Woche kündigt sich sehr lebhaft an. Eine grosse Anzahl von Firmen werden ihre Halbjahresresultate veröffentlichen. Wir rechnen weiterhin mit erheblichen Ausschlägen auf Titelebene. Auch die politische Ebene wird noch vor den Ferien kaum ruhig bleiben. Die Chinesen und die Europäer dürften um eine Antwort zu den Handelsstreitigkeiten nicht verlegen sein, was sicherlich zu Volatilität an den Aktienmärkten führen wird. (IHAG/scr/mc/ps)

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