IHAG-Kommentar: Trump, Macron, Merkel, Kim und Draghi im Rampenlicht

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Vor dem Besuchsreigen im Weissen Haus (Merkel, Macron) und dem Update von EZB-Chef Draghi warteten die Investoren am vergangenen Montag ab. Am Dienstag entstand grosser Verkaufsdruck in den USA und am Mittwoch in Europa, mit drohender Abwärtsspirale. Stark unter Druck waren zyklische Aktien. Ein klarer Grund war nicht auszumachen. Aufgeführt wurde das Überschreiten der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erstmals innerhalb der letzten vier Jahre über die psychologisch wichtige Marke von 3%. Zudem enttäuschten die Quartalsberichte die Anleger tendenziell. Die amerikanischen Börsen konnten sich am nächsten Tag aber stabilisieren und teils gute Unternehmensabschlüsse halfen.

Insgesamt konnte der EuroStoxx50 über die Woche 0.7% zulegen, der DAX 0.3% und der SMI 0.4%. Dagegen war der S&P 500 gehalten, der NASDAQ 100 verlor 0.4%.

Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen zogen in den USA im April von 2.80% bis am letzten Mittwoch auf 3.03% hoch, schlossen dann aber am Freitag wieder knapp unter der 3% Marke. Ein ähnliches Bild in Deutschland, wo die Rendite im Bund von 0.50% per Mitte April innert wenigen Tagen bis 0.64% hochzog, den Schwung verlor und am Freitag bei 0.57% schloss. In der Schweiz zeigt das parallele Bild einen Anstieg von 0% bis 0.16% am Freitag mit Wochenschluss bei 0.12%.

Wie erwartet hält die Europäische Zentralbank an ihrem bisherigen Kurs fest. Die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi bewirkten an den Aktienmärkten keine Impulse, aber beeinflussten den Euro. Der Euro-Dollarkurs sank danach weiter bis auf 1.21, nachdem ein paar Tage zuvor sogar ein Anstieg auf 1.25 möglich erschien. Der EUR/CHF knackte am Montag kurz die 1.20, konnte sich aber nicht über dieser wichtigen Marke etablieren und schloss bei 1.198. Damit stand die Erstarkung des USD im Vordergrund. Der USD/CHF kletterte seit dem Jahrestief Mitte Februar bei 92 Rappen wie vom Magneten der Parität gezogen bis auf knapp über 99 Rappen am Freitag, wo dann die Energie ausging. Die Schlussnotierung am Freitag war bei 98.77 Rappen.

Am Dienstag gaben sowohl Bonds (Zehnjährige US-Bonds stiegen auf 3%) als auch Aktien. Interessanterweise profitierte Gold nicht von der erhöhten Marktunsicherheit, sondern der Goldpreis ermässigte sich über die Woche ebenfalls von USD 1335 pro Unze bis auf USD 1315, mit versöhnlichem Schluss in der Mitte bei USD 1322. Der Ölpreis zeigte weiterhin Stärke, weil die angedrohte Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran durch die USA im Raum stehen blieb. Ein gewisser Widerstand könnte sich langsam bei USD 75 pro Fass Brent ausbilden.

Geopolitisch erheischte der Besuch der Macrons bei den Trumps in den Medien hohe Präsenz, obwohl danach wenig Konkretes folgte. Der Termin der Ausnahmeregelung der US-Importzöllen von Stahl und Aluminium scheint demnächst auszulaufen. Angela Merkels Aufwartung bei Trump war wie erwartet kühl und kurz. Der Syrienkonflikt schwelt weiter, wogegen in den beiden Korea Tauwetter einzieht. Am Mittwoch tagt das FED, wo aber im Mai kein weiterer Zinsschritt erwartet wird.

Im Vordergrund stehen die Quartalsabschlüsse. In der abgelaufenen Woche gab es viele Updates zum angelaufenen Jahr 2018 mit teils heftigen Kursreaktionen. Es fiel auf, dass bei zyklischen Firmen, welche eigentlich gute Zahlen innerhalb der Erwartungen lieferten, zu starken Kursrückschlägen kam. Die Nervosität im reifen Wirtschaftszyklus hat sich klar erhöht und man schaut mit Argusaugen, ob sich nicht Hinweise auf einen kommenden Abschwung ergeben. Die etwas früheren Ostern, Währungen und Margendruck von gestiegenen Rohmaterialpreisen, welche nicht sofort weiter gegeben werden konnten, bedurften einer genaueren Analyse, um die zugrunde liegenden Trends zu sehen.

Gut unterwegs ist Kühne+ Nagel, welche weiterhin viel Volumen bewegt und Marktanteile gewinnt. Mit dem positiven Momentum des Aktienkurses stehen die Chancen gut, dass der Dividendenabgang (CHF 5.75) am 11. Mai aufgeholt werden kann. Auch Partners Group zeigt Stärke, konnte doch der kurze Rücksetzer im Rahmen der schwachen Börsen letzten Dienstag sofort aufgeholt werden. (IHAG/mc)

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