IHAG-Kommentar: Trump verunsichert

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die politischen Wirren um Präsident Trumps Beziehung zu Russland verunsicherten und führten am Mittwoch zum stärksten Tagesverlust bei den meisten Aktienindieces seit dessen Wahl im November. Dazu kam der Kurszerfall an der Bovespa in Brasilien, mit einem Handelsstop bei Minus 10%. Gegen Ende Woche beruhigte sich die Lage und es kam zu einer Erholung. Der S&P 500 verlor über die Woche nur gerade 0.4%, der DAX 1.0% und der SMI 1.1%.

Der drohende Rückschlag bei den Aktien bewirkte eine Flucht in Bonds. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen sank in den USA auf 2.24%. In Deutschland gab die Rendite im Bund insgesamt nur 2 Bp auf 0.37% nach. In der Schweiz sank die Rendite von -0.06% auf -0.11%.

Der USD schwächte sich weiter ab. Der EUR/USD kletterte innert einer Woche von 1.09 auf 1.12 und der USD/CHF sank von der Parität auf 97.50 Rappen. Seit Ende April schwächte sich der CHF zum EUR von 1.07 bis fast auf 1.10 ab, drehte aber nun mit dem Save Haven Status in der letzten Woche wieder nach unten und kam auf 1.09 zurück.

Gold war gesucht und kletterte Mitte der Woche bis auf USD 1260, wo dann aber die Luft ausging. Der Wochenschluss war bei USD 1254 pro Unze. Der Ölpreis erhielt nochmals einen Schub nach oben, weil es zu weiteren Produktionsdrosselungen beim erweiterten OPEC-Kartell kommen soll. Damit kletterte das Fass Brent über die Woche 5% auf USD 53.60.

Skepsis an politischer Handlungsfähigkeit der US-Regierung
An den Märkten wuchs mit den Irritationen um Präsident Trumps Russland-Kontakten und deren Untersuchung die Skepsis an der politischen Handlungsfähigkeit der US-Regierung. Als schlimmstes Szenario wurde sogar eine Amtsenthebung herumgeboten, was eine Abwärtsspirale an den Börsen einleiten würde. In der Schweiz kam es bei vielen gut gelaufenen und stolz bewertete Small Caps zu Gewinnmitnahmen. Allerdings ebbten diese Ängste an den Aktienmärkten gegen Wochenschluss bereits wieder ab. „Buy any Dip“ wurde wieder herumgeboten. Auch der Nebenschauplatz Brasilien stabilisierte sich nach dem Absacker.

Wie geht es weiter? Buy any dip? Die weiteren Ermittlungen im Fall Trump dürften Zeit beanspruchen und das Resultat ist schwer abschätzbar. Derweil kann er sich auf seiner ersten Auslandreise positiv in Szene setzen. Viele Anleger haben einen Teil der bisherigen Avancen verpasst und lauern auf einen Einstieg. Angesichts des positiven Gewinnwachstums der Unternehmen und der wachsenden globalen Konjunktur sind fundamental wenig Gefahrenherde auszumachen. Trotz teils hoher Bewertung stimmt uns dieses Momentum zuversichtlich. Wir würden gestaffelt zukaufen.

Bei LafargeHolcim erachten wir die Abwerbung des SIKA-CEO Jenisch als sehr positiv. Er bringt Erfahrung im Bausektor sowie in der Effizienzsteigerung eines globalen Netzwerkes mit. Wir würden die Konsolidierung bei LafargeHolcim daher für Zukäufe nutzen, denn der Zementkonzern hat erhebliches internes Gewinnsteigerungspotential.

Clariant-Merger im Fokus
Der heute bekannt gegebene Merger von Clariant mit der US Chemiefirma Huntsman in HuntsmanClariant dürfte markante Synergien ermöglichen. Der Sitz ist in der Schweiz (Pratteln) und mit dem Dualen Listing an der SIX und der NYSE dürfte sich das Gewicht im SPI verdoppeln sowie das Interesse der Investoren an dieser führenden Chemiefirma erhöhen. Die Bewertung lässt mit den Synergien weiteres Kurspotential. Wir würden klar dabei bleiben oder aufstocken. Unser bisheriges Kursziel von CHF 23 ist under review gegen oben.

UBS hat nach dem Dividendenabgang mit den Wirren um D. Trump und schwachem Bankensektor weiter korrigiert, scheint nun aber charttechnisch ausverkauft und die Chancen auf eine Kurserholung stehen hier gut. (IHAG/frp/mc/ps)

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