IHAG-Kommentar: US-Earnings mehrheitlich über Erwartungen

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die internationalen Aktienmärkte profitierten zu Wochenbeginn von Übernahmeaktivitäten im Pharmasektor, büssten jedoch die Gewinn in der Folge wieder ein, was über die Woche in einer Seitwärtsentwicklung endete. Gründe dafür waren teilweise schlechte Unternehmenszahlen aus den USA (z.B. von Amazon.com), aber auch die erneuten Spannungen in der Ukraine. Zudem erhielt Russland die verdiente Quittung für die Aggressionen, indem die russischen Fremdwährungsanaleihen von S&P auf noch eine Stufe über Ramsch abgestuft wurden.

Der Euro konnte in diesem Umfeld sein Niveau von über 1.38 gegenüber dem USD halten. Wir denken immer noch, dass die Luft hier oben für die europäische Einheitswährung dünn wird, erwarten aber auch keine grössere Korrektur. Der USD/CHF büsste über die Woche leicht an Wert ein und schloss bei 0.881.

Die Zinsen für Staatsanleihen entwickeln sich in den USA schon seit längerer Zeit seitwärts und fallen beispielsweise in Deutschland. Ihre Bedeutung als „Safe Haven“ hat für die Investoren mit dem schwelenden Konflikt in der Ukraine wieder zugenommen.

Der Ölpreis bewegte sich im Wochenvergleich seitwärts und schloss bei USD 109.8/bbl. Das Gold konnte von den Spannungen in der Ukraine nur marginal profitieren und beendete die Woche unverändert bei USD 1302/Unze.

Mittelfristige Aussichten für Börsen bleiben gut
In den USA ist die „Earnings Season“ in vollem Gange und etwa die Hälfte der im S&P500 vertretenen Gesellschaften hat bisher die Zahlen zum 1. Quartal rapportiert. 75% davon haben die Erwartungen beim Gewinn übertroffen und etwa die Hälfte die Umsatzprognosen. Unter dem Strich konnte dies dem Markt aber keine Impulse in die eine oder andere Richtung geben. An und für sich bleiben aber die mittelfristigen Aussichten für die Börsen gut. Die Wirtschaft in den USA gewinnt nach einer winterlichen Schwächephase wieder an Fahrt wie die jüngsten Daten zeigen. Auch in Europa sieht es gut aus. Der Einkaufsmanager-Index der Eurozone stieg im April nach vorläufigen Berechnungen weiter leicht nach oben. Für China rechnen wir weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum um 7% und grössere Abweichungen gegen unten scheinen wenig wahrscheinlich. Die Regierung hätte im Notfall genügend Mittel zur Verfügung um die Wirtschaft zu stützen.

Bleiben die politischen Risiken, die vor allem in Europa anzusiedeln sind. Zum einen stehen die Europa-Wahlen am 25. Mai unmittelbar vor der Tür. Gewinnen europakritische Parteien wie z.B. der Front National zuviele Stimmen, könnte es im Endeffekt negative wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben. Zum anderen ist die Ukraine-Krise immer noch ungelöst. Die Genfer-Konferenz hat zu keiner Entspannung geführt, weil sich die Russen nicht daran halten. Solange die Krise örtlich begrenzt bleibt und es dabei nur zu kleineren Scharmützeln kommt, ist die Weltwirtschaft nicht gefährdet. Sollten aber die Russen in grossem Stil in der Ukraine einmarschieren, wären die Folgen weitaus schlimmer. Es ist zu hoffen, dass die angedrohten Sanktionen der USA und Europa wirken, um ein solches Szenario abzuwenden.

Vorsichtig agieren – Cash-Reserven bereithalten
Vor allem angesichts der politischen Risiken ist es wahrscheinlich, dass die Börsen in nächster Zeit weiter im Seitwärtstrend tendieren werden. Für den Dax bedeutet dies ein Handel im Bereich von 9‘000 bis etwa 9‘700 Punkte. Wir empfehlen den Investoren vorsichtig zu agieren und Cash-Reserven bereitzuhalten. Trading-orientierten Anlegern raten wir in Schwächephasen hinein zu kaufen, d.h. wenn sich der Dax der Marke von 9‘000 Punkten nähert. (IHAG/wum/mc/ps)

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