IHAG-Kommentar: Vorsichtig agieren nach guter Börsenwoche

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Aktienanleger können auf eine Woche mit positiven Vorzeichen zurückblicken. In den USA setzte der S&P500 seinen Aufwärtstrend fort und steht mit 2‘080 Punkten wieder am oberen Ende des Trading-Ranges. Nach zwei Wochen mit happigen Verlusten schaffte der Nikkei ein Plus von hohen 6.5%. Auch Europa glänzte für einmal mit über-durchschnittlichen Zugewinnen. So kletterte der Dax über die Marke von 10‘000 Punkten (+4.5% über die Woche). In der Schweiz resultierte für den SMI der zweite Wochengewinn in Folge (+2.5%). Hier half sicherlich der Rebound bei den Bankwerten nach den guten Zahlen von JPMorgan.

Bei den Währungen prallte der EUR/USD an der Marke von 1.14 ab und verlor über die Woche 1%. Der Schweizer Franken wurde etwas schwächer und ein Dollar kostet wieder 96.5 Rappen, nach 95.4 Rappen in der Vorwoche.

Doha-Gespräche gescheitert
Im Ölmarkt konzentrierte sich das Interesse der Marktteilnehmer auf das Treffen der Opec-Mitglieder in Doha, wo über eine Begrenzung der Fördermengen diskutiert wurde. Nach langwierigen Gesprächen scheiterte das Vorhaben und es kam zu keinem Beschluss. Damit ist das Risiko gross, dass der Ölpreis einen Teil der seit Mitte Januar aufgelaufenen Verteuerung von mehr als 50% wieder preisgeben wird. Wir denken jedoch nicht, dass der Preis wieder in diese Region zurückfällt, denn saisonal nähert sich der Markt einer Zeit mit einer höheren Nachfrage und die Ölförderung in den USA geht zurück. Der Goldpreis entwickelte sich in der letzten Woche seitwärts. Im bisherigen Jahresverlauf profitierte das gelbe Edelmetall von Zuflüssen der Investoren. Momentan sehen wir keinen Trigger für einen Ausbruch des Goldes in höhere Sphären.

In den USA hat in der letzten Woche die Earnings Season begonnen. JPMorgan meldete besser als befürchtete Quartalszahlen, musste aber die Rückstellungen für Kredite im Energiesektor erhöhen. Der relativ gute Ausweis von JPM bedeutet indes nicht, dass die Schweizer Institute UBS und Credit Suisse ähnlich gute Zahlen rapportieren, weil sie anders aufgestellt sind. Allgemein wird für die im S&P500 vertretenen Gesellschaften im 1. Quartal ein Gewinnrückgang von gegen 10% erwartet. Dies könnte der tiefste Wert sein und eine schrittweise Verbesserung im Jahresverlauf ist möglich. Voraussetzungen sind eine Stabilisierung des Ölpreises und kein stärkerer USD mehr.

Aussichten bleiben gemischt
Gesamtwirtschaftlich bleiben die Aussichten gemischt. Der IMF reduzierte seine Wachstumsprognosen für 2016 für die Weltwirtschaft von 3.4% auf 3.2% herunter. Seit Jahren zeigt sich das gleiche Bild: Zu Jahresbeginn sind die Auguren optimistisch, um danach von der Realität eingeholt zu werden, weil das Wachstum enttäuscht.

In China expandierte die Wirtschaft im 1. Quartal um 6.7%, was im Rahmen der Erwartungen lag. Positiv ist das Plus von 6.8% bei der Industrieproduktion im März. Im letzten Herbst hat der Staat begonnen, die Zahl der Infrastrukturprojekte zu erhöhen, nachdem diese in weiten Teilen in 2015 zurückgefahren wurden. Die Industrieproduktion dürfte davon in den nächsten Monaten profitieren. Ein zyklischer Rebound der chinesischen Wirtschaft liegt im Bereich des Möglichen.

Abwarten
Wir raten den Investoren vorsichtig zu agieren und die nächsten Trends der Earnings Season in den USA abzuwarten. Wir denken, dass es sehr gute Zahlen braucht, damit der S&P500 den Ausbruch über 2‘120 schafft. Weiter dürfte es ohne einen höheren Ölpreis, d.h. mit Unterstützung des Energiesektors nicht zu schaffen sein. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der S&P500 nach mehreren misslungen Anläufen auch jetzt den Ausbruch noch nicht schafft. (IHAG/wum/mc/ps)

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