IHAG-Kommentar: Zinsanstieg des FED wurde vorweg genommen

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Börsen in Europa reagierten mit einer positiven Eröffnung am Donnerstag, wohl weniger wegen des Zinsanstiegs in den USA, aber eher, weil die Rechtspopulisten in Holland weniger Stimmen erhielten als befürchtet. Über die Woche kletterte der Stoxx 50 Europe 1.3%, der SMI cum Dividende 0.9% und der S&P 500 trat mit +0.2% an Ort.

Vergangene Woche stand die erwartete Zinssatzerhöhung des FED in den USA im Vordergrund. Nach dem Motto „buy the rumor, sell the fact“ zogen Zinsen und der USD im Vorfeld an, aber danach war die Luft draussen. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen kletterten am Dienstag bis auf 2.68%, fielen aber nach dem FED-Entscheid auf 2.50% zurück.

SNB bleibt beim beim Status Quo
In Europa hallte der falkenhaftere Ton von Mario Draghi nach und die Zinsen des zehnjährigen Bundes in Deutschland konsolidierten bei 0.44%. In der Schweiz hielt die SNB an ihrer Donnerstag-Sitzung das Pulver trocken und blieb beim Status Quo. Der Referenzzinssatz für zehnjährige Eidgenossen kletterte erstmals kurz in den positiven Bereich, schloss dann aber bei -0.08%.

Der USD schwächte sich entgegen vieler Erwartungen ab und der EUR/USD kletterte bis fast auf 1.08. Der USD/CHF fiel am Mittwoch von 1.01 auf die Parität und notierte am Freitag gar darunter bei 99.80 Rappen. Der Interventionsdruck bei der SNB liess nach und der EUR/CHF stabilisierte sich über 1.07.

Der Goldpreis schoss mit dem Zinsentscheid des FED von USD 1200 auf USD 1230 pro Unze, wobei hier die Kraft bereits nachlässt. Die Öl-Lager in den USA kamen etwas vom Rekordniveau zurück. Damit konnte sich der Ölpreis pro Fass Brent nach dem Einbruch der Vorwoche bei USD 52 fangen.

Nichts Neues von G20
Das G-20-Finanzministertreffen am Wochenende in Deutschland brachte keine neue Botschaft. Die isolierte USA ist zu keinem Kompromiss im freien Handel bereit und beharrt auf ihrem neuen Protektionismus.

Die Aktienmarktrally feiert den 8. Geburtstag. Wie lange kann es weiter gehen? Die wichtigsten Kurstreiber sind Gewinnwachstum und steigende Bewertung. Letzteres war bisher der treibende Faktor. Weitere Avancen müssten nun von der Gewinnentwicklung kommen. In den USA ist man diesbezüglich optimistisch, unterstützt von der Fantasie der noch vorzulegenden Steuergesetze. Nach Jahren der Stagnation könnte es auch in Europa mit den Gewinnen wieder aufwärts gehen, die Berichtesaison hatte jedenfalls einen konstruktiven Unterton.

Psychologisch half in Europa, dass in Holland der bisherige Premierminister am Ruder bleibt. Damit erhöht sich die Hoffnung, dass auch in Frankreich Marie Le Pen doch nicht so viele Stimmen wie befürchtet bekommt und an den Börsen ein Bremsklotz wegfällt. Jedenfalls hellt sich die Stimmung an den europäischen Börsen etwas auf, wogegen sie im bereits stark gelaufenen US-Aktienmarkt vorsichtiger wird.

Zementaktien im Fokus
Mit dem positiven Ausblick und dem verbesserten Preisumfeld gefallen uns Zementaktien. LafargeHolcim wurde kürzlich in die Mandate gekauft und für HeidelbergCement sehen wir den Kursrückgang nach dem vorgelegten Jahresabschluss als Zukaufs-chance. Viele Small Caps sind stark gelaufen und weisen eine respektable Bewertung auf. Dennoch gefällt uns Belimo, welche ihre Stellmotoren mit dem modernen Gebäudemanagement vernetzt hat und damit hilft, Energie zu sparen sowie die Sicherheit zu erhöhen. Das Renovationspotential ist hier noch enorm, weshalb man das Depot weiterhin mit dieser Perle bereichern kann. (IHAG/frp/mc/ps)

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