IHAG-Kommentar: Zunehmende Abgaben wurden durch US-Arbeitsmarktdaten verstärkt

IHAG-Kommentar: Zunehmende Abgaben wurden durch US-Arbeitsmarktdaten verstärkt

Zürich – Die Börsen hatten anfangs Woche einen starken Start ins neue Quartal, wo die bisherigen Gewinner (meist defensive Titel) weiter gesucht waren. Ab Mittwoch war aber die Luft draussen und es kam zu ersten Abgaben. Gespannt wartete man am Freitag auf den Arbeitsmarktbericht in den USA. Die neu geschaffenen Stellen fielen mit 88‘000 klar unter den Erwartungen aus und die Börsen rutschten von bereits roten in tief rote Zahlen. Über die Woche verlor der S&P 500 1.0%, der Euro Stoxx 50 2.1% und der SMI 2.2%.

Die EZB beliess die Zinsen unverändert und die Rede von Mario Draghi brachte nichts Neues. Sicherheit war dennoch gesucht und die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen sanken in den USA, Deutschland und der Schweiz mehrere Basispunkte.

Devisenhandel: «No news are good news»
Der EUR stabilisierte sich zum USD lange bei 1.28. Während der Rede von Mario Draghi am Donnerstag kam es zu einem kurzen Rücksetzer auf 1.275, um dann ohne Erklärung bis auf 1.295 anzusteigen. „No news are good news“ hiess aus dem Devisenhandel. Mit den schlechten Arbeitsmarktdaten schwächte sich der USD weiter ab und übersprang am Freitag die Marke bei 1.30. Der CHF erstarkte über die Woche zum USD um 2% und schloss bei 0.93. Die SNB konnte den EUR/CHF im Seitwärtsband bei 1.2150 halten. Die Edelmetalle gaben nach und Gold fiel bis auf bei auf USD 1555 die Unze. Es soll zu weiteren Abflüssen bei ETF’s gekommen sein. Mit den schwachen Börsen kam es am Freitag zu einer Erholung auf USD 1566 die Unze im Londoner Fixing. Angesichts der verhalten Konjunkturaussichten schwächte sich der Ölpreis ebenfalls ab. Das Barrel Brent sank 3% auf USD 106.

Politisch beruhigte sich die Lage um Zypern. Der Run auf die Banken war geringer als Befürchtet und der Rücktritt des zyprischen Finanzministers schlug keine hohen Wellen. Italien allerdings hat immer noch keine funktionierende Regierung und steckt in einer Sackgasse. Konjunkturell zeigten die publizierten Einkaufsmanager Indices ein gemischtes Bild. In Europa stabilisierten sie sich auf tiefem Niveau, verbesserten sich in China und korrigierten in den USA auf immer noch gutem Niveau.

Verhaltener Wochenauftakt am US-Markt
Nachdem der S&P-500-Index am Grün-Donnerstag auf einen Rekordstand gestiegen war, begann die neue Woche verhalten. Die Börsen in den USA waren am Ostermontag geöffnet und der Index büsste am Montag 0.5% ein, nachdem der ISM-Manufacturing-Index mit 51.3 Punkten schwächer ausgefallen war als erwartet. Auch der SMI erreichte am Dienstag einen Jahreshöchststand und war bis dahin über 15% gestiegen. Das Bild war allerdings zweigeteilt. Die bereits gut gelaufenen defensiven Titel wie Nestlé, Novartis, Roche, aber auch Swisscom, wurden weiter gekauft, zyklische Werte, wie Sulzer, Georg Fischer oder Holcim, kamen bereits unter Druck. Ein ähnliches Bild auf globaler Ebene: Die USA war stark und in der Nähe der Höchstwerte, wogegen Europa von der Krise und den Bankwerten gegen unten gezogen wurde. Die Luft war Mitte Woche draussen und die schlechten Arbeitsmarktdaten der USA trafen am Freitag auf bereits fallende Märkte. Auf die Stimmung drückte auch die Entwicklung in Korea, wo der Norden stark mit den Säbeln rasselt.

Die von vielen erwartete Korrektur ist nun doch gekommen und innert zwei Tagen verlor der SMI über 4%. Wir erachten die Situation momentan als etwas überkauft und denken, dass die Börsen auf den nun erreichten Niveaus konsolidieren sollten. Die Börsen in Europa waren klar schwächer als in Amerika. Der S&P 500 konnte sich am Freitag gegen Handelsschluss nämlich wieder erholen. Trotz den enttäuschenden Arbeitsmarktdaten hilft die unverändert lockere Geldpolitik. Entscheidend wird sein, ob die Indices in den USA jetzt halten oder eine Stufe weiter zurück fallen. Mit Alcoa beginnt nun bereits die Reporting Season zum ersten Quartal. Die Jahresabschlüsse waren mehrheitlich solide, die Unternehmen sind fit und solide finanziert, die Ausblicke vorsichtig aber mit positivem Unterton. Somit sollten die Ausweise eher stützen und teils neue Impulse geben.

Luxusaktien stark unter die Räder gekommen
Bei diversen Titeln könnte der Zeitpunkt für eine Aufstockung bald kommen. Stark unter die Räder kamen die Luxusaktien, teils auch wegen neuen Fällen der Vogelgrippe in Asien, allen voran Richemont, welche in 14 Tagen fast 14% verlor. Der Support bei CHF 73 wurde durchbrochen und bei CHF 68.70 ist der nächste starke Support. Trading orientierte Investoren können bereits versuchen, Positionen aufbauen.

Weniger volatil entwickeln sich die Versicherungsaktien. Allianz ist im vierten Jahr nach der Finanzkrise breit aufgestellt und hat eine solide Ertragsbasis, an welcher die Aktionäre mit einer ansprechenden Dividende partizipieren. Die Titel haben seit Mitte März 8% korrigiert und sind nun bei guten Support-Niveaus. (IHAG/frp/mc/ps)

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